Medienkontakt: Marie-Luise Sebralla, Tel.: 069 / 7938-630, marie-luise.sebralla@nielsen.com
+ Weltweiter Vertrauensindex steigt um einen Punkt
+ US-Verbraucher wieder optimistischer
+ Verbrauchervertrauen in Europa geht zurück
+ Stabiles Verbrauchervertrauen in Deutschland
+ Rückläufiger Index in Österreich und der Schweiz
9. Februar 2012. Während der Index für das Verbrauchervertrauen weltweit getrieben von Ländern wie USA und China im vierten Quartal 2011 um einen Punkt zulegte (89), zeigt sich in Europa etwas Ernüchterung. Hier sank der Index im Vergleich zum Vorquartal um drei Punkte auf 71. Diese Ergebnisse liefert die Nielsen Global Survey, bei der vom 23. November bis 9. Dezember 2011 mehr als 28.000 regelmäßige Internetnutzer aus mehr als 50 Ländern der Regionen Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Nordamerika teilnahmen.
Obwohl in nur zwölf der teilnehmenden Länder das Vertrauen in die Wirtschaft gestiegen ist, während es in 35 Ländern sank und in neun Ländern gleich blieb, konnte der Index weltweit im Schnitt um einen Punkt zulegen. Maßgeblich sind hier vor allem die Länder mit einem großen Vertrauenszuwachs, wie Rumänien (+10 Punkte), USA (+6) sowie Kolumbien, Venezuela und die Philippinen (jeweils +5). In Europa ist eine rückläufige Entwicklung zu erkennen.
„Die wirtschaftlichen Herausforderungen in Europa führen zu einer deutlichen Verunsicherung der Konsumenten. Sehr positive Nachrichten kommen jedoch aus den zwei größten Volkswirtschaften: In den USA und in China ist das Vertrauen nun wieder auf dem Niveau des ersten Quartals 2011“, erklärt Petra Kacnik, Director Consumer Research DACH. In den USA stieg das Vertrauen der Konsumenten um sechs Punkte auf 83, in China um vier Punkte auf 108. In Deutschland blieb das Verbrauchervertrauen stabil (87) und konnte im Jahresvergleich um vier Punkte zulegen. In der Schweiz (-7 auf 92 Punkte) und in Österreich (-6 auf 90) sank der Index deutlich (siehe Abb. 1).
Das Plus in den USA erklärt sich vor allem durch die gute Bewertung der Aussichten für die persönlichen Finanzen. 49 Prozent der Befragten erwarten, dass sich ihre Finanzen im nächsten Jahr gut oder exzellent entwickeln werden. „Trotz stetigem Gegenwind zeigen die Ergebnisse einen positiven Trend, wenn die Werte auch noch unter jenen vor der Rezession liegen“, erläutert Kacnik. Doch die Lage sei noch nicht entspannt: „Langzeit-Arbeitslosigkeit und eine hohe Anzahl von Konsumenten, die angeben, kein Geld übrig zu haben (32%) mahnen zur Vorsicht. Noch dazu sind viele Konsumenten in den letzten Monaten an ihre Ersparnisse gegangen, um trotz Ausfall von realem Einkommen und Lohnsteigerungen weiterhin liquide zu bleiben. Um die Konsumausgaben künftig zu steigern oder zumindest stabil zu halten, ist es noch ein weiter Weg.“
Regionale Entwicklungen
Vor allem die gute Entwicklung in den USA verschaffte der Region Nordamerika mit einem Plus von fünf Punkten auf 84 Punkte den stärksten Anstieg innerhalb der weltweiten Regionen. Die Regionen mit dem stärksten Vertrauen bleiben allerdings weiterhin der Asien-Pazifik-Raum (+2 auf 99 Punkte) und Lateinamerika (+1 auf 98 Punkte). In der Region Mittlerer Osten/Afrika sank der Index um einen Punkt auf 95 Punkte, in Europa sank das Vertrauen mit 71 Punkten auf den tiefsten Wert seit dem ersten Quartal 2009 (siehe Abb. 2).
Die Euro-Krise hinterlässt ihre Spuren
In 24 von 27 Ländern Europas, die Nielsen im Rahmen der Global Survey beobachtet, sank das Vertrauen innerhalb des letzten Quartals. „Die Angst vor einer Rezession und den geplanten Sparmaßnahmen in vielen Ländern der Euro-Zone sorgten dafür, dass die Konsumenten ihre Job-Aussichten und auch die persönliche finanzielle Lage deutlich skeptischer einschätzten“, kommentiert Kacnik.
Deutschland bleibt stabil
Mit 87 Punkten bleibt das Vertrauen in Deutschland auf dem Niveau des Vorquartals und damit deutlich über dem europäischen Schnitt. Dazu Petra Kacnik: „Die Konsumenten in Deutschland fühlen sich zwar durchaus von der allgemeinen wirtschaftlichen Lage in Bezug auf die Euro-Krise betroffen, erwarten aber derzeit keine direkten Auswirkungen auf ihre persönliche Situation. So blicken sie in Bezug auf ihre Job-Aussichten, ihre persönlichen Finanzen und die Bereitschaft für Ausgaben mit relativ hohem Vertrauen in ihre persönliche Zukunft.“ (siehe Abb. 3).
Die meisten Sorgen machen sich Konsumenten in Deutschland um steigende Wohnnebenkosten und die wirtschaftliche Lage. Mit etwas Abstand folgen an dritter Stelle steigende Spritpreise und Lebensmittelkosten. Im Vergleich zum Vorquartal geben wieder mehr Befragte an, dass sie ihre Ausgaben gegenüber dem Vorjahr gesenkt haben, im Jahresvergleich waren es aber schon mehr (siehe Abb. 6).
Dämpfer in Österreich
In Österreich resultiert das reduzierte Vertrauen aus einer deutlichen Veränderung bei den Berufsaussichten. Waren bis zum dritten Quartal noch weit mehr als die Hälfte (59%) der Konsumenten der Meinung, ihre Berufsaussichten seien ausgezeichnet oder gut, waren es im vierten Quartal nur noch 43 Prozent. Bei den persönlichen Finanzen und der Bereitschaft für Anschaffungen gibt es während des ganzen Jahres im Prinzip keine Veränderungen. Dazu Petra Kacnik: „Anders als in Deutschland scheinen die Konsumenten in Österreich eine deutlichere Verschlechterung am Arbeitsmarkt zu befürchten, während das starke soziale System die Einschätzung der persönlichen finanziellen Lage sehr stabil hält.“ (siehe Abb. 4).
Dementsprechend sorgen sich Konsumenten in Österreich am stärksten um die wirtschaftliche Lage und erst mit einigem Abstand um steigende Wohnnebenkosten. An dritter Stelle folgt die Sorge wegen steigender Lebensmittelkosten. Die Sparneigung bleibt im Jahresvergleich auf annähernd gleichem Niveau mit nur einem kleinen Ausreißer im zweiten Quartal (siehe Abb. 6).
Kontinuierlicher Abstieg in der Schweiz
Ausgehend von einem sehr hohen Niveau sank der Vertrauensindex in der Schweiz innerhalb eines Jahres um 20 Punkte. Der Vertrauensverlust basiert auf einer kontinuierlichen Verschlechterung aller drei Faktoren, die den Vertrauensindex beeinflussen. Die Anzahl der Konsumenten mit positiver Bewertung der Berufsaussichten sank innerhalb des Jahres um 26 Prozentpunkte. Während im ersten Quartal noch 70 Prozent ihre persönliche finanzielle Lage ausgezeichnet oder gut einschätzten, waren es im vierten Quartal nur noch 56 Prozent. Eine vergleichbare Entwicklung zeigt sich auch bei der Bereitschaft für Anschaffungen (siehe Abb. 5). „Auch wenn die Entwicklung in der Schweiz auf den ersten Blick dramatisch anmutet, handelt es sich im Prinzip nur auf eine zeitverzögerte Reaktion auf die Euro-Krise. Nach wie vor liegt das Verbrauchervertrauen in der Schweiz deutlich über dem europäischen Schnitt“, erklärt Petra Kacnik.
Während vor einem Jahr in der Schweiz noch Sorgen um Gesundheit und Work-Life-Balance im Vordergrund standen, hat sich dieses Bild nun deutlich verschoben. Die wirtschaftliche Lage ist die deutliche Top-Sorge, gefolgt von der Arbeitsplatzsicherheit. Dennoch zeigt sich, dass Gesundheit und Work-Life-Balance immer noch wichtiger eingestuft werden als etwa steigende Wohnnebenkosten. Im Gegenzug zum sinkenden Vertrauen gaben auch immer mehr Konsumenten in der Schweiz an, dass sie im Vergleich zum Vorjahr gespart haben, hier stieg der Wert innerhalb des Jahres um zehn Prozentpunkte (siehe Abb. 6).
Über die Nielsen Global Survey
Die Nielsen Global Survey über das Vertrauen der Konsumenten und ihre Einkaufsgewohnheiten wurde von 23. November bis 9. Dezember 2011 durchgeführt. Dabei wurden mehr als 28.000 regelmäßige Internetnutzer aus mehr als 50 Ländern der Regionen Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Nordamerika befragt. Die Stichprobe ist nach Alter und Geschlecht für jedes Land basierend auf den jeweiligen Internetnutzern quotiert und gewichtet. Sie repräsentiert damit die Internetnutzer des Landes und hat eine maximale Abweichung von ±0.6%. Diese Nielsen Onlineumfrage basiert ausschließlich auf dem Verhalten von Befragten mit Internetzugang. Die Internetverbreitung variiert je nach Land. Damit ein Land in die Umfrage aufgenommen wird, setzt Nielsen voraus, dass mindestens 60 Prozent der Bevölkerung oder 10 Millionen Menschen in einem Land Internetzugang haben. Die Nielsen Global Survey wird seit 2005 kontinuierlich durchgeführt.
Über Nielsen
Nielsen Holdings N.V. (NYSE: NLSN) ist ein globales Informations- und Medienunternehmen mit führenden Marktpositionen in den Bereichen Marketing- und Verbraucherinformationen, Erhebung von Mediadaten in TV, Online, Mobile und anderen Medien, Fachmessen sowie weiteren verwandten Bereichen. Das Unternehmen ist in mehr als 100 Ländern präsent mit Hauptsitzen in New York, USA und Diemen, Niederlande. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.nielsen.com sowie zu Deutschland unter www.nielsen.com/de.
Q4 2011 Consumer Confidence DACH_Nielsen Pressecharts.ppt