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Kommen die startups langsam auch im handel an?
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Kommen die startups langsam auch im handel an?

Im Moment gibt es viel Wirbel um kleine Hersteller und Marken: Sie wollen die nächsten Großen sein und viele Große wollen das Wachstum der Kleinen. Im rollierenden Jahr bis KW 44/2018 tragen die kleinen Marken* im Food Bereich rund ⅓ zum Umsatzwachstum am Gesamtmarkt LH inkl. H/L bei – im Drug Bereich inkl. Drogeriefachhandel sogar aktuell rund 47 %. Umfangreichere Konsumentenbedürfnisse und ein verstärkter Fokus der Branche auf Innovationen und Alleinstellungsmerkmale tragen signifikant zu diesem hohen Wachstumsbeitrag kleinerer Hersteller bei. Im Food Bereich erzielen diese vielen kleinen Hersteller sogar bereits mehr Umsatz als die Top 10 Hersteller, während sie im Non Food Bereich noch eine deutlich geringere Umsatzbedeutung mit 4,7 % einnehmen.

Auch in der Branche spürt man die steigende Bedeutung von Innovationen – dies zeigt auch eine aktuellen Nielsen Befragung, in welcher 84 % von Konsumgüter-Experten angeben, aktuell mehr Druck zu verspüren Innovationen auf den Markt zu bringen als noch vor 5 Jahren. 98 % der Befragten sehen sich außerdem vermehrt gezwungen zu sparen und weniger Zeit für mindestens eine Phase des Innovationsprozesses aufzuwenden.

WAS MACHEN NUN DIE KLEINEN HERSTELLER ANDERS?

Ein Erfolgsrezept ist, dass kleine Marken nicht auf Geschwindigkeit, sondern vor allem auf Forschungszeit setzen. Kleinere Unternehmen haben in der Regel ein viel engeres Portfolio, was bedeutet, dass sie viel mehr zu verlieren haben, wenn ihr Produkt nicht stimmt. Dies zeigt sich bei vielen Innovationen am Markt, dass es wichtiger ist das richtige Produkt zu haben, als das Erste.

Durch die Eile auf den Markt zu kommen, gehen große Marken mehrere Risiken ein. Erstens ist die Produktentwicklung teuer, und ein Produkt, das in einer unterdurchschnittlichen Form auf den Markt stolpert, kostet sie viel Geld. Darüber hinaus laufen sie Gefahr, dass erfolglose Innovationen ihre Beziehung zum Konsumenten und auch Handel negativ beeinflussen oder sogar gefährden kann.

Ob viele der kleinen Hersteller ihre aktuelle Dynamik am Gesamtmarkt halten können, ist ungewiss. Gewiss ist aber, dass sie inzwischen eine Bedeutung haben, die nicht mehr zu vernachlässigen ist und viele von ihnen Potenzial zeigen in der Zukunft noch ganz groß rauszukommen.

Quelle: Nielsen Market Track, LH inkl. H/L, Rollierendes Jahr bis KW44 2014 | Nielsen Studie: Why small brands are stealing the spotlight (US)

*alle Hersteller, welche nicht zu den Top 50 Herstellern gerankt nach Umsatz am Gesamtmarkt (Food: LH inkl. H/L & Drug: LH+DFH inkl. H/L) zählen