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Marktanteile bei fruchtgummis schwanken regional um bis zu 10 prozentpunkte
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Marktanteile bei fruchtgummis schwanken regional um bis zu 10 prozentpunkte

Bier – daran wird beim Thema regionale Warengruppen im österreichischen Lebensmittelhandel meist als erstes gedacht. Das ist aufgrund der Wettbewerbslandschaft in Österreich mit vielen kleinen aber teils regional starken Brauereien auch durchaus begründet. Bei bereits durchgeführten Nielsen Projekten zu diesem Thema auf Ebene der Politischen Bezirke, sieht man, wie stark diese kleineren Marken in ihren Fokusregionen sein können und wie hoch die Marktanteilseinbußen der großen Hersteller hier sind.

Bei Kategorien wie Mineralwasser, Molkereiprodukte, Fruchtsäfte oder Teigwaren lassen sich ähnliche Beispiele finden. Doch auch in Warengruppen, wo man es auf den ersten Blick nicht erwarten würde, lohnt sich ein Blick hinter die Durchschnittssituation am Gesamtmarkt.

Fruchtgummi ist eine jener Kategorien, bei der man nur wenig Varianz zwischen verschiedenen Regionen in Österreich vermuten würde. Die Kategorie ist geprägt von einem dominanten Marktführer und einem zweiten starken Hersteller, die zusammen etwa 80 Prozent des Kategorieumsatzes ausmachen. Neben den Eigenmarken teilen sich nur noch sechs weitere Hersteller gemeinsam mit diesen beiden beinahe den gesamten Fruchtgummiumsatz. Die Kategorie bietet also zwei starke Player mit wenigen Nischenplayern und großteils nationalen Listungen.

Lassen sich trotz dieser Gegebenheiten regionale Unterschiede beim Fruchtgummiumsatz feststellen? Um diese Frage zu beantworten wurde Österreich in insgesamt 62 geographische Cluster unterteilt. Basierend auf diesen Clustern wurden die Verkäufe der Einzelgeschäfte anhand ihres Standortes aggregiert und die Umsatzzahlen im aktuellen rollierenden Jahr analysiert.

Dabei zeigt sich, dass auch bei Fruchtgummi die Schwankungsbreite der Umsatzanteile zwischen den einzelnen Regionen sehr groß sein kann. Die regionalen Umsatzanteile der beiden großen Hersteller Nummer 1 und Nummer 2 weichen jeweils bis zu fünf Prozentpunkte von den nationalen Durchschnittsanteilen ab. Das bedeutet, bei beiden Herstellern liegen die Marktanteile nach Umsatz in der schwächsten Region jeweils zehn Prozentpunkte unter jenen der stärksten Region und somit gibt es für beide trotz nationaler Listungen durchaus noch Gebiete mit einem höheren Umsatzpotential.

Bei den Nischenplayern sind die Schwankungen nach Prozentpunkten aufgrund des geringeren Marktanteils generell niedriger, allerdings gibt es auch hier interessante regionale Einblicke. Einer der Nischenplayer zeigt eine bessere Performance in den städtischen Gebieten wie Wien inklusive dem südlichen Speckgürtel und den Landeshauptstädten. Zusätzlich lassen sich hier sogar innerhalb Wiens Unterschiede feststellen. So liegt der Marktanteil des Herstellers in den inneren Bezirken generell höher als in Wien Ottakring oder Wien Donaustadt. Bei einem zweiten Nischenplayer hingegen zeigt sich das gegenteilige Bild: Im Gesamtranking der österreichischen Regionen (nach Umsatzanteil des Herstellers) liegt Wien Ottakring auf dem ersten und Wien Innere Stadt auf dem letzten Platz.

Auffallend ist weiters, dass sich die größeren Städte wie Wien, Linz, Graz und Salzburg bei den meisten betrachteten Herstellern anders verhalten, als die umliegenden Gebiete.

Ausgehend von diesen Ergebnissen, ist die Betrachtung regionaler Unterschiede auch bei Kategorien die auf den ersten Blick wenig relevant erscheinen, durchaus sinnvoll. Neben den allgemeinen Marktanteilen nach Hersteller oder Marke können je nach Fragestellung einzelne Sorten oder Packungsgrößen analysiert werden, um hier unterschiedliche Geschmäcker und Präferenzen eruieren zu können.

Zusätzlich zur klassischen Zuordnung nach den Standorten der Shops gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten. Einerseits die Unterteilung in urbane vs. rurale Regionen, um etwa den Speckgürtel um Wien oder die anderen Landeshauptstädte isoliert zu betrachten. Andererseits können auch weitere Charakteristiken der einzelnen Geschäfte, wie etwa unterschiedliche Sortimente oder die Verfügbarkeit von Displays zur Definition der Cluster herangezogen werden. Dies wird ganz individuell an die jeweilige Fragestellung angepasst.