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Österreicher sind überdurchschnittlich offen für neue Marken
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Österreicher sind überdurchschnittlich offen für neue Marken

Zwei Drittel der österreichischen Internetnutzer sind grundsätzlich bereit, eine neue Marke auszuprobieren. Damit sind sie mit ihrem Kaufverhalten relativ offen im europäischen Vergleich, hier liegt die Bereitschaft zu wechseln nur bei 56 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Nielsen. In der globalen Studie mit mehr als 29.000 Internetnutzern in 58 Ländern hat das Unternehmen untersucht, inwieweit Verbraucher bereit sind, neue Produkte zu kaufen.[1]

„Das Ergebnis ist erstaunlich. Österreichische Verbraucher galten bislang als besonders markentreu. Insbesondere die Möglichkeit, sich per Internet über Preise und Qualität eines Produkts zu informieren, hat die Offenheit für neue Marken gesteigert”, erläutert Andreas Leisi, Market Leader Nielsen Alpine.

Zurückhaltend sind die Österreicher allerdings bei Markteinführungen von Produktinnovationen. Mehr als die Hälfte der österreichischen Studienteilnehmer wartet ab, bis sich diese bewährt haben. Und selbst dann ist nur jeder Vierte (25 Prozent) bereit, einen höheren Preis für ein neues Produkt zu zahlen. Dennoch finden es 57 Prozent der österreichischen Verbraucher gut, wenn Hersteller neue Produktoptionen anbieten.

„Es kann sich für Unternehmen auszahlen, Neuerungen unter etablierten Marken einzuführen, statt auf eine neu aufzubauende Marke zu setzen“, fasst Andreas Leisi eine zentrale Erkenntnis der Studie zusammen. „Erfahrungsgemäß sind zwei von drei neuen Produkten innerhalb von drei Jahren wieder vom Markt verschwunden, weil sie sich nicht durchsetzen konnten.“

Persönliche Empfehlung und Probeexemplare geben den größten Schub

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen spielen ebenfalls eine große Rolle für die Erfolgsaussichten neuer Produkte. 43 Prozent der Befragten in Österreich berichten, dass sie aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen weniger geneigt sind, ein neues Produkt auszuprobieren. Europaweit wirkt sich die Krise sogar bei 49 Prozent der Konsumenten hemmend auf die Kaufentscheidung aus.

Bevor österreichische Verbraucher zum Portemonnaie greifen, orientieren sie sich an Erfahrungen ihrer engsten Vertrauten. So sind 74 Prozent eher geneigt, ein ihnen unbekanntes Produkt zu kaufen, wenn Freunde oder Familienmitglieder es empfehlen. Auch ein kostenloses Probeexemplar oder die Möglichkeit, das Produkt im Geschäft anschauen zu können, ist wichtig für die Kaufentscheidung (68 Prozent bzw. 72 Prozent). Informationen über neue Produkte entnehmen österreichische Konsumenten ganz klassisch der Fernsehwerbung. Aber auch das Internet setzen sie gezielt ein, um sich zu informieren, und zwar vor allem beim Kauf von elektronischen Produkten (31 Prozent), Büchern (22 Prozent) sowie Autos (21 Prozent).

Richtiger Media-Mix entscheidend

Nielsens Bewertung von 21 Methoden, um Verbraucher über verschiedene Medien und Werbeplattformen hinweg zu erreichen, zeigt, dass eine Mischung aus Mund-zu-Mund-Propaganda, geschickter Positionierung im Geschäft, traditioneller Werbung und Internetaktivität der überzeugendste Weg für eine hohe Aufmerksamkeit ist. Potenzielle Reichweite und leichte Umsetzbarkeit gestalten sich dabei jedoch sehr unterschiedlich.


[1] Erkenntnisse basieren auf Befragten mit Internetzugang in 58 Ländern. Eine Online-Befragung ermöglicht zwar einen enormen Umfang und eine globale Reichweite, sie bietet jedoch nur Einblicke in die Gewohnheiten der vorhandenen Internetnutzer, nicht in die der Gesamtbevölkerung. Die Umfrageergebnisse geben Aufschluss über die Überzeugungen des Befragten hinsichtlich seiner Einkaufsgewohnheiten und keine tatsächlich gemessenen Daten. Neue Produkte sind definiert als Produkte, die in der Vergangenheit noch nie gekauft wurden.