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Verbrauchervertrauen der Österreicher steigt leicht an
Studie

Verbrauchervertrauen der Österreicher steigt leicht an

Die österreichischen Konsumenten haben weiterhin Vertrauen in ihre wirtschaftliche Situation. Von 86 auf 89 Punkte ist das Verbrauchervertrauen im Vergleich zum vierten Quartal 2012 leicht gewachsen – wobei es noch nicht wieder das Vorjahreshoch von 93 Punkten erreicht. Insgesamt liegt Österreich deutlich über dem EU-Durchschnitt von 71 Punkten. Dies ist das Ergebnis einer weltweiten Umfrage zum Thema Vertrauen und Einkaufsgewohnheiten von Nielsen. Zwei Komponenten des Verbrauchervertrauensindexes – persönliche Finanzen und Berufsaussichten – haben sich bei österreichischen Verbrauchern im ersten Quartal 2013 positiv entwickelt, die dritte Komponente, Anschaffungsneigung, ist gleich geblieben. Österreich liegt damit in der europäischen Rangliste beim Verbrauchervertrauen auf Platz drei hinter Norwegen und der Schweiz.

„Die anhaltende Zuversicht der Österreicher ist unter anderem auf die Beruhigung an den internationalen Finanzmärkten sowie auf die Erholung der Weltwirtschaft zurückzuführen“, erläutert Andreas Leisi, Geschäftsführer Nielsen Alpine. „Mit der Staatsschuldenkrise bleibt allerdings der größte Risikofaktor im Euroraum bestehen. Negative Auswirkungen auf die künftige Verbraucherstimmung sind nicht auszuschließen“, so Leisi. Die aktuelle Krise in Zypern spiegele sich in den Daten noch nicht wider.

Österreicher kaufen lieber Kleidung statt zu sparen oder Geld anzulegen
 
Fast die Hälfte aller Österreicher beurteilt ihre Jobaussichten für die kommenden zwölf Monate als gut oder ausgezeichnet (48 Prozent). Ihre persönliche Finanzlage halten sogar 50 Prozent für gut oder sehr gut. So gaben auch nur 27 Prozent der Befragten an, ihr Geld zu sparen. Dies zeigt einmal mehr, dass die österreichischen Befragten ihre wirtschaftliche und finanzielle Situation besser als der EU-Durchschnitt einschätzen, da für die Mehrheit der EU-Bürger das Sparen an erster Stelle steht. Ihr Geld geben Österreicher am liebsten für neue Kleidung, das Begleichen von Schulden sowie Urlaub aus.
 
Über die wirtschaftliche Stabilität in Europa machen sich die Österreicher weiterhin Sorgen, ebenso um steigende Energiekosten. Die Angst vor einem Jobverlust, die EU-weit auf Platz eins steht, rangiert bei den Österreichern erst an fünfter Stelle. Um ihre Haushaltsausgaben zu senken, sind die Österreicher im vergangenen Jahr vor allem auf günstigere Lebensmittelmarken umgestiegen (71 Prozent), haben beim Einkauf von Kleidern und Mitnahmegerichten gespart und ihr Auto öfter einmal stehen gelassen. Genau wie der europäische Durchschnitt setzen die österreichischen Konsumenten am wenigsten beim Rauchen und bei der Wahl ihrer Alkoholmarken den Rotstift an. Auch der Wechsel zu günstigeren Tarifen für Versicherungen oder Kredite kommt nur für wenige in Frage.
 
Europa zerfällt in unterschiedliche Zonen
 
Europa hält sich im Durchschnitt mit unveränderten 71 Punkten stabil, die Unterschiede zwischen den Ländern sind jedoch enorm. In Zentral- und Nordeuropa steigt das Verbrauchervertrauen und übertrifft die Höchstwerte der Vorjahre. Neben Deutschland verzeichnet auch Frankreich in allen Bereichen eine positive Entwicklung.
 
In Europas Süden jedoch gehören Griechenland (40 Punkte), Italien (44 Punkte) und Spanien (46 Punkte) zu den Ländern mit den niedrigsten Werten für das Verbrauchervertrauen unter den 58 betrachteten Ländern. In Portugal sank das Verbrauchervertrauen im ersten Quartal um fünf Punkte auf einen Index von 33, den niedrigsten verzeichneten Wert für das Land seit Einführung des Verbrauchervertrauensindexes in 2005. „Schwache Arbeitsmarktbedingungen in notleidenden Volkswirtschaften wie Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien sowie die jüngste Finanzkrise in Zypern verdeutlichen die Anfälligkeit der europäischen Wirtschaft. Eine vollständige Erholung in der Region ist noch nicht in Sicht“, erklärt Dr. Venkatesh Bala, Chefökonom von The Cambridge Group, einer Tochtergesellschaft von Nielsen.
 
Trotz der niedrigen Indexwerte in Griechenland, Italien und Spanien zeigen diese Länder dennoch einen steigenden Optimismus im ersten Quartal. „Offenbar fürchteten im ersten Quartal weniger Verbraucher, dass die Schuldenkrise weitere Länder in die Rezession ziehen könnte. Ein Grund hierfür könnten die Maßnahmen zum Aufkauf von Staatsanleihen sein, die die Europäische Zentralbank im September 2012 ergriffen hatte, um den Euro zu schützen“, so Dr. Bala.
 
Globales Verbrauchervertrauen steigt um zwei Punkte
 
Getrieben von positiven Indexwerten in den USA, in wichtigen asiatischen Exportmärkten sowie in Nord- und Zentraleuropa, ist der weltweite Durchschnitt im Vergleich zum Vorquartal um zwei Punkte auf 93 gestiegen. Insgesamt haben 60 Prozent der betrachteten Länder verbesserte Vertrauenswerte, verglichen mit 33 Prozent im vierten Quartal 2012. „Alles in allem lässt sich ein positiver Trend erkennen, da sich die Arbeitsmarktperspektiven, die persönlichen Finanzen und die geplanten Ausgaben weltweit gesehen im ersten Quartal 2013 leicht verbesserten“, sagte Dr. Bala.
 
Führend in Sachen Optimismus ist mit 122 Index-Punkten Indonesien. Ägypten musste hingegen mit minus 20 Punkten den größten Verlust hinnehmen und steht nun bei einem Wert von 74. Lateinamerika zeigte sich mit einem Rückgang um zwei Punkte weniger ausgabenfreudig als zuvor. Das Stimmungsbarometer im Nahen Osten und Afrika sank auf das niedrigste Niveau seit drei Jahren.

Über die Nielsen Global Survey
Die Nielsen Global Survey über das Vertrauen der Konsumenten und ihre Einkaufsgewohnheiten wurde zuletzt im Zeitraum vom 18. Februar bis 8. März 2013 durchgeführt. Dabei wurden mehr als 29.000 regelmäßige Internetnutzer in nunmehr 58 Ländern der Regionen Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Nordamerika befragt. Die Stichprobe ist nach Alter und Geschlecht für jedes Land basierend auf den jeweiligen Internetnutzern quotiert und gewichtet. Sie repräsentiert damit die Internetnutzer des Landes und hat eine maximale Abweichung von ±0,6%. Diese Nielsen Onlineumfrage basiert ausschließlich auf dem Verhalten von Befragten mit Internetzugang. Die Internetverbreitung variiert je nach Land. Damit ein Land in die Umfrage aufgenommen wird, setzt Nielsen voraus, dass mindestens 60 Prozent der Bevölkerung oder 10 Millionen Menschen darin Internetzugang haben. Der Verbrauchervertrauensindex für China wird in einer separaten Umfrage mit kombinierter Methodik unter 3.500 Befragten in China erhoben. Die Nielsen Global Survey wird seit 2005 kontinuierlich durchgeführt.