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So schmeckt der Sommer – Rekordtemperaturen treiben Umsätze in die Höhe
Bericht

So schmeckt der Sommer – Rekordtemperaturen treiben Umsätze in die Höhe

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Nach einem eher kalten Winter müssen die Schweizer seit April schwitzen. Der Sommer 2018 wird höchstwahrscheinlich in die Geschichte eingehen. Die Temperaturen übersteigen die des Hitzesommers 2003, gleichzeitig erlebt die Schweiz eine der niederschlagärmsten Perioden seit fast 100 Jahren mit einem Niederschlagsdefizit von oft mehr als 50%. Dementsprechend ist es nur nachvollziehbar, dass die Schweizer Konsumenten und Konsumentinnen Abkühlung suchen, sei dies durch ein kaltes Bad in einem der vielen Schweizer Gewässer oder durch den Konsum besonders erfrischender Nahrungsmittel.

Im Periodenvergleich Juni-August 2016 vs. Juni-August 2018 blieb der FMCG-Markt Schweiz mit einem Wachstum von 1% stabil, jedoch variiert das Wachstum je nach Kategorie stark. Warengruppen wie Glace und Convenience profitieren besonders stark vom Hitzesommer 2018 und weisen ein Umsatzwachstum von über 14% auf im Vergleich zum Sommer 2016. Gerne werden diese Warengruppen „on-the-go“ konsumiert wie zum Beispiel in der Badi oder auf einem Ausflug. Dementsprechend konnten Convenience-Kanäle in manchen Warengruppen im Vergleich zum regulären Detailhandel teilweise doppelt so hohe Wachstumsraten verzeichnen, speziell ausgeprägt zB. im Bereich der alkoholischen Getränke. Auch Aperogebäck und Snacks zeigen ein starkes Wachstum von 7%, dies möglicherweise auch getrieben durch gemeinsame Grillabende und beim Mitfiebern an WM-Events. Dementsprechend vervielfachen auch die beliebten „Grillplatten“ ihren Umsatz mit Wachstumsraten bis zu 700%.  Andere Warengruppen wie Süsswaren (Zuckerconfiserie, Schokolade, etc.) kämpfen hingegen mit den hohen Temperaturen und müssen Umsatzeinbussen in Kauf nehmen.

 

Gerade Getränke zeigen in allen Untergruppen eine positive Entwicklung. Die Schweizer Bevölkerung gibt an, bevorzugt Leitungswasser und Wasser mit/ohne Kohlensäure zu trinken um sich abzukühlen. Auch trinken 57% die empfohlenen 1-2 Liter Wasser pro Tag, 34% sogar mehr als 2 Liter. Dementsprechend wächst auch die Mineralwasserkategorie um 11% im Vergleich zum Sommer 2016.  


Süsswasser überrascht mit einem starken Wachstum, welches jedoch erklärbar ist, haben doch jüngst diverse Hersteller gesündere Alternativen lanciert und so der Süssgetränkekategorie neuen Schwung verliehen. Das vergleichsweise kleine Segment der Alcopops verzeichnen bei den Alkoholika das grösste Wachstum mit +51.6%, dies getrieben durch die junge Generation der Millennials. Ältere Generationen hingegen (35+ Jahre) bevorzugen diesen Sommer hingegen Bier, Cider und Spirituosen.

Es zeigt sich also, dass Temperatur und Sonnenstunden einen positiven Einfluss auf diverse Kategorien ausüben. Das mässige Wachstum im FMCG-Markt lässt jedoch darauf schliessen, dass generell nicht mehr, sondern anders konsumiert wird. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, Wetterentwicklungen zu verfolgen und entsprechende Massnahmen für ihre Kategorien zu treffen, um vom Wettereffekt bestmöglich profitieren zu können.

Methodological Note:

Um den Fussballeffekt so gering wie möglich zu halten wurde in der folgenden Analyse der Sommer 2016 (EM in Frankreich) mit dem Sommer 2018 (WM in Russland) verglichen. Somit kann der Einfluss des Wetters auf die Umsätze verschiedener FMCG-Kategorien bestmöglich verglichen werden.