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Chancen für die Convenience-Branche in der Schweiz
Bericht

Chancen für die Convenience-Branche in der Schweiz

Von Corina Casparis, Senior Sales Consultant Retailer

Die momentanen Veränderungen im Gesellschafts- und Konsumentenverhalten zeigen in eine vielversprechende Richtung zugunsten der Convenience-Branche. Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung des Konsumentenverhaltens wider: Im Jahr 2018 besuchten rund 38% der Schweizer Haushalte einen Convenience-Shop für einen Einkauf. Das ist 1%-Punkt mehr als noch im Vorjahr und bedeutet, dass die absolute Reichweite um rund 37‘000 Haushalte zugenommen hat (gemäss Bundesamt für Statistik leben aktuell in der Schweiz ca. 3.7 Mio Haushalte).

Convenience-Einkäufe werden aber nicht nur in Convenience-Shops wie bspw. Tankstellen oder Kiosks getätigt. Eine aktuelle Studie von Nielsen zeigt, dass es auch im klassischen Detailhandel eine grosse Anzahl von Einkaufskörben gibt, welche gezielt den Convenience-Bedarf abdecken. Unter sämtlichen Lebensmittel-Einkaufskörben gibt es eine spezifische Mission für den Einkauf von „Fresh for Today“. In dieser Mission werden typischerweise Produkte gekauft, welche noch am gleichen Tag verzehrt werden. Und diesen Auftrag erledigen die Schweizer Käufer durchaus auch im klassischen Detailhandel und in den Discountern. Von allen „Fresh for Today“ Einkäufen werden 51% im klassischen Supermarkt und 19% sogar beim Discounter abgeschöpft. Demgegenüber werden 29% dieser Einkaufsakte bei restlichen Händlern getätigt (Convenience, Bäckereien etc.).

Der «Fresh for Today» Warenkorb hat im Schnitt einen Kassenbonwert von knapp 15 Franken. Trotz des eher tiefen Kundenfrankens birgt die «Fresh for Today» Einkaufsmission für alle Anbieter im Detailhandel ein grosses Potenzial. Fast ein Drittel (27%) aller Einkaufsakte ist diesem Auftrag gewidmet. Im Kampf um die Besucherfrequenz eines Geschäftes ist das richtige Angebot für diese Convenience-Mission also ein zentraler Faktor, um die Kunden öfter ins Geschäft zu holen.

Besonderes Potenzial bietet der Bereich Gassenkonsum (Fertigsalate und Sandwiches) mit einem Umsatzwachstum von 7.8% gegenüber Vorjahr. Ein herausstechender Faktor hierbei sind „Neuheiten“. In der Tat kommt das starke Wachstum der Sandwiches und Fertigsalate fast nur aus Neuheiten. Im 2018 haben neu eingelistete Gassenkonsum Produkte einen Umsatzbeitrag von mehr als 33 Mio. im Schweizer Detailhandel erzielt. Demgegenüber ist das Stammsortiment um nur 5.6 Mio. gewachsen.

Der Schweizer Convenience-Markt blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück und die Zeichen für die kommenden Jahre bleiben sehr vielversprechend. Mit dem Fokus auf die veränderten Verhaltensweisen der Konsumenten stehen gezielte Produktangebote für den on-the-go Konsum und abwechslungsreiche Sortimente mit hohem Innovationsgrad im Zentrum der Potenzialausschöpfung.