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Der Aufstieg der biologischen Produkte in der Schweiz: Von den Verbrauchern nachgefragt oder vom Markt getrieben?
Bericht

Der Aufstieg der biologischen Produkte in der Schweiz: Von den Verbrauchern nachgefragt oder vom Markt getrieben?

Von Markus Brand, Senior Analytic Consultant

Im Schweizer Detailhandel gibt es nicht viele Trends, die sich regelmässig über Jahre hinweg positiv entwickeln. Eine grosse Ausnahme bildet der Umsatz von biologisch hergestellten Lebensmitteln. Im neuesten MAT (moving annual total, rollierendes Jahr) messen wir mit unserem Nielsen Handelspanel erneut eine Zunahme von rund 11% – im Vorjahr waren es 8% .

Bei dieser  Entwicklung stellt sich allerdings immer wieder die Frage, ob sie vorrangig von den Konsumenten getrieben wird oder ob der Druck aus dem Detailhandel selbst hierfür verantwortlich ist. Tatsächlich entwickelt sich die Anzahl der Produkte, gemessen über die Sortendichte aus dem Nielsen-Handelspanel, noch stärker als die Umsätze. Im laufenden MAT zählen wir pro durchschnittliches Geschäft knapp 13% mehr biologische Produkte als im Vorjahr.

Unser Handelspanel kann uns zudem zeigen, ob der Trend über alle Kanäle und Warengruppen hinweg beständig ist, oder ob nur einzelne Marktteilnehmer und Warengruppen davon profitieren können.  Wenn wir nun besser einschätzen möchten, wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich dieser Trend weiter positiv fortsetzt, benötigen wir jedoch ein vertieftes Verständnis darüber, wie stark die Konsumenten diesem Trend wirklich verbunden sind.

Mit dem Nielsen Haushaltspanel haben wir eine Reihe von Möglichkeiten, das Verhalten bestimmter Käufergruppen genauer zu untersuchen, so auch den “Bio-Käufer”. Wir wissen, dass praktisch jeder Haushalt mindestens einmal pro Jahr biologische Produkte einkauft. Nachdem jedoch beinahe 80% der Umsätze von lediglich einem Drittel der Konsumenten getätigt  werden, stellt sich die Frage, ob es überhaupt eine sichtbare Gruppe von  Konsumenten gibt, die sich ganz bewusst und konsequent mit Bio-Produkten eindeckt. Unsere unten stehende Grafik zeigt den Prozent-Teil der Haushalte, die sich zu einem bestimmten Prozent-Satz mit Bio-Produkten eindeckt. Wir haben die unterste Grenze bei 5% gezogen und gehen davon aus, dass diese Haushalte die  Bio-Produkte eher aufgrund von Promotionen oder fehlender Alternativen gekauft haben. Im vergangenen Jahr kauften beispielsweise 23,5% der Haushalte 5-10% Bio-Produkte – ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr.

Wir stellen eine merkliche Zunahme der Haushalte fest, welche sich zu über 5% mit Bio-Produkten eindecken. Über 50% der Haushalte kaufen schon regelmässig biologische Produkte, zwar nicht für den gesamten Warenkorb, aber für bestimmte Warengruppen. Und auch die Zunahme der Haushalte, welche über 40 % für Bio ausgeben, wächst ständig.

Dies sind deutliche Indikatoren dafür, dass sich der Bio-Trend im Einkaufsverhalten festgesetzt hat und wir rechnen mit einer weiteren Zunahme in den kommenden Jahren.