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Europa blickt positiver in die Zukunft – Deutschland auf Platz 2 nach Dänemark
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Europa blickt positiver in die Zukunft – Deutschland auf Platz 2 nach Dänemark

In vielen Ländern Europas steigt das Vertrauen der Verbraucher. Niedrigere Ölpreise sorgen für gute Stimmung und haben positive Effekte auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt. Der gegenüber dem Dollar schwächere Euro ist gut für die Exportindustrie – auch wenn die Verbraucher für Importe etwas mehr bezahlen müssen.

Insgesamt bleibt Europa zwar die am wenigsten optimistischste Region weltweit – der Verbrauchervertrauensindex liegt lediglich bei 77. Allerdings gibt es eindeutige Anzeichen der Besserung: Das Job-Vertrauen stieg in 15 von 32 Märkten. Auch die persönliche finanzielle Aussicht der Befragten ist im vierten Quartal 2014 in 18 Ländern gestiegen und 19 Märkte haben eine erhöhte Absicht, Ausgaben zu tätigen.

Ein Plus sogar in Italien und Griechenland 

Sogar aus Italien und Griechenland gibt es Positives zu berichten. Die beiden verschuldeten Länder blicken wieder zuversichtlicher in die Zukunft und weisen ein gesteigertes Verbrauchervertrauen auf – um +12 Punkte im ersten Quartal. Italiens Wert liegt mit 57 auf dem höchsten Level seit 2011, Griechenland verzeichnet mit 65 sogar den höchsten seit 2009. Italiens aktuelle Werte sind der bedeutendste Anstieg von einem Quartal zum nächsten. Vor allem die Beschäftigungserwartungen steigen um 7 Prozentpunkte, gefolgt von den persönlichen finanziellen Aussichten (+6). Diese Veränderungen haben sich positiv auf die Konsumneigung ausgewirkt (Einzelhandelsumsätze plus zwei Prozent). Doch es werden weitere Verbesserungen erforderlich sein, um die Wirtschaftskrise hinter den Italienern zu lassen.

Germany: 0 points? Von wegen. 

Zu den Top-Ländern gehören weiterhin Deutschland (100) und Dänemark (106). Die Verbraucher beider Länder schauen vertrauensvoll in die Zukunft. Die Absicht, unmittelbare Ausgaben zu tätigen, liegt in beiden Ländern bei 50 Prozent. In den letzten zwölf Monaten haben sich die stabile wirtschaftliche Lage und die gute Situation auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland positiv auf das Verbrauchervertrauen ausgewirkt. Die weiter steigenden Einkommen sowie der anhaltend niedrige Zinssatz deuten darauf hin, dass das Konsumklima in Deutschland auch auf längere Sicht freundlich bleiben wird. Die Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel lagen bisher kontinuierlich über dem Vorjahreswert.

Die Jobaussichten der nächsten 12 Monate beurteilen die Deutschen mit 60 Prozent als gut oder sehr gut (Vorquartal: 56 Prozent). Wenn nach Abzug der Lebenshaltungskosten noch etwas übrig ist, kaufen die Deutschen am liebsten neue Kleidung (47 Prozent) oder fahren in Urlaub (43 Prozent). Galt im vierten Quartal 2014 die größte Sorge noch den Jobaussichten (11 Prozent) und der Gesundheit (10 Prozent), so zeigen sich die Deutschen im ersten Quartal 2015 an erster Stelle besorgt über den Terrorismus (13 Prozent).

Ukraine und Russland wie zu erwarten negativ

In der Ukraine und in Russland führen die andauernden politischen Spannungen verständlicherweise zu Verunsicherung. Russlands Index fiel auf 72, tiefer als zur Hochphase der Rezession, Ukraines Index fiel um 11 Punkte auf 41. Der normalerweise unverwüstliche russische Verbraucher sieht sich

einem zunehmenden Druck gegenüber. Die massive Abwertung der Währung Ende 2014 führte zu spontanen, erhöhten Verbraucherausgaben – aus Angst, für das vorhandene Geld bald keine adäquaten Waren mehr zu erhalten. Nun fordern Inflation und negative Lohnentwicklungen ihren Tribut. Unter den neuen Marktbedingungen müssen Hersteller und Einzelhändler kämpfen: Die Mehrheit der Russen hat in den Sparmodus umgeschaltet oder erst gar kein Geld zum Ausgeben übrig. Preisgünstige Produkte können aktuell die Umsatztreiber werden, solange die Qualität nicht beeinträchtigt ist.

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