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Ein Prosit aufs Reinheitsgebot: Seit 500 Jahren modern
Bericht

Ein Prosit aufs Reinheitsgebot: Seit 500 Jahren modern

Wir feiern den Tag des deutschen Bieres! Auch wenn das Reinheitsgebot 500 Jahre alt ist, veraltet ist es auf keinen Fall. Gerade die aktuellen Trends wie etwa Regionalität und Nachhaltigkeit belegen, dass es in Deutschland sogar aktueller und populärer denn je ist. Das zeigt sich auch darin, dass es ausländische Biermarken schwer haben, sich auf dem deutschen Markt zu etablieren. Altbewährtes liegt im Trend. Ein gutes Beispiel dafür ist die Popularität von Hell-Bier, das es zum Teil noch in der Euro-Flasche gibt, aber auch die Neuauflagen von historischen Flaschen oder Verpackungen gehören dazu.

Im vergangenen Jahr haben die Deutschen rund 6,1 Mrd. Liter alkoholhaltige und alkoholfreie Biere und Biermix-Getränke im Handel gekauft. Umgerechnet sind das gut 76 Liter pro Kopf.

Im letzten Jahr haben besonders die starke Sommerperiode und ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft den Biermarkt unterstützt. Das Absatzwachstum um 1,5 Prozent im Vergleich zu 2014 hängt aber auch damit zusammen, dass das letzte Jahr 53 und nicht wie üblich 52 Kalenderwochen hatte. Ohne diese zusätzliche Woche würde der Markt stagnieren. Die Nielsen-Berechnung umfasst auch die zusätzliche Kalenderwoche. Der Umsatz mit Bier und Biermix-Getränken im Handel stiegt im Vergleich zum Vorjahr (2014) um 2,2 Prozent auf rund 7,3 Mrd. Euro. Pro Kopf gaben die Deutschen damit im Schnitt rund 92 Euro für Bier- und Biermix-Getränke aus.

Im interaktiven Bier-Atlas hat Nielsen den deutschen Biermarkt kartographiert. Dort kann jeder im Detail ablesen, wo welches Bier in welcher Menge getrunken wird: Top 3-Biersorten und jeweilig angebotene Auswahl, wachstumsstärkste Sorte (inkl. prozentuales Wachstum), Durchschnittspreis pro Liter und Verbrauch pro Kopf für die 36 Micro Regionen.

Der Trend zu Hell- und Spezialitäten-Bieren, wie etwa Keller-, Land-, oder Festbiere, hält an. Diese Sorten verzeichneten im letzten Jahr ein gutes Absatzplus (Hell-Biere +10,3%; 327 Mio. Liter, Spezialtäten-Biere +4%, 290 Mio. Liter). Der Trend zeigt, dass den Deutschen Qualität und Wertigkeit wichtig sind. Das Reinheitsgebot steckt hier die Leitplanken ab. Man könnte auch sagen: Die aktuellen Trends definieren den Gedanken vom Reinheitsgebot noch einmal neu.

Fakt ist jedoch: Am liebsten trinken die Deutschen weiterhin Pils-Bier. Diese Sorte macht rund 54 Prozent des gesamten Bierabsatzes in Deutschland aus. In einzelnen Bundesländern und besonders in Nord- und Ostdeutschland lagen die Marktanteile sogar bei über 60 Prozent. Aber: Der Pils-Durst flaut ab – eine Entwicklung, die keine Kurzzeiterscheinung ist. Schaut man sich die Zahlen der letzten neun Jahre an, fällt auf: Die traditionellen Sorten wachsen nicht mehr. Ganz anders bei alkoholfreiem Bier. Während der Absatzanteil 2007 bei nur 2,7 Prozent lag, ist dieser in den vergangenen neun Jahren auf 5,5 Prozent gestiegen.

Am liebsten kaufen die Deutschen ihr Bier weiterhin im 20er Kasten mit der 0,5 Liter Flasche. Den größten Zuwachs unter den Gebindeformen konnte die 0,5 Liter Dose verzeichnen. Ihr Erfolg wird maßgeblich über die Discounter getrieben, in denen es immer häufiger Marken-Bier zu kaufen gibt. Zum anderen ist die politische Diskussion um den Dosen-Pfand abgeebbt. Viele Jüngere bevorzugen die Dose zunehmend. Das liegt auch daran, dass ihnen diese durch Energy-Drinks bekannt ist. Die Brauereien profitieren ebenfalls davon, da Dosen logistisch einfacher zu handhaben sind und die Qualität einfacher gewährleistet werden kann.

Prost!

Hier geht es zum interaktiven Bieratlas.