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Facebook – das neue Tinder?
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Facebook – das neue Tinder?

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Die Meldungen in Bezug auf Cambridge Analytica sind noch nicht verstummt, als Mark Zuckerberg letzte Woche seine Pläne verkündet, ins Dating-Geschäft einsteigen zu wollen. Muss Tinder nun bangen? Zumindest in Deutschland hat Tinder gerade mit einem anderen Wettbewerber zu kämpfen. Lovoo hat Tinder in Bezug auf Reichweite überholt (1,4 Mio. vs. 1,0 Mio. App Nutzer in Deutschland1) und liegt auch in Bezug auf Nutzungszeit vorne (2,1 vs. 1,5 Stunden pro Person im Durchschnitt*). Doch Konkurrenz muss nicht das Aus für etablierte Player am Markt bedeuten – so hat Parship sich trotz der Dating-Apps behauptet. Im März 2008 verzeichnete die Dating-Plattform 544 Tsd. Besucher2– im März 2018 waren es allein knapp 800 Tsd. User3 über Smartphones und Tablets. Auch Laptop und PC werden weiterhin für die Partnersuche genutzt – hier konnte Parship im März 2018 noch 175 Tsd. Besucher4 begrüßen. Allerdings gibt Parship auch ein Vielfaches für Werbung aus, um diese Nutzeranzahl zu erreichen – allein im ersten Quartal über 26 Mio. Euro – während Tinder und Lovoo mit jeweils ca. einer halben Million nur einen Bruchteil davon  investiert haben und dennoch deutlich mehr User verzeichnen6.

Manche sind der Auffassung, dass Facebook aufgrund des Datenskandals Probleme haben wird, einen Dienst, bei dem so viele sensible Daten ausgetauscht werden wie beim Online-Dating, auf dem Markt zu etablieren. Doch hat Facebook bei seinen Nutzern tatsächlich ein Vertrauensproblem seit der Enthüllung des Datenmissbrauchs durch Cambridge Analytica Mitte März 2018? Anhand der gemessenen Nutzungsdaten aus dem März kann dieser Schluss jedenfalls nicht gezogen werden – weder die Anzahl der Nutzer noch die Nutzungsintensität sind im März im Vergleich zum Februar nennenswert gesunken. Noch immer tummeln sich über 34 Mio. Deutsche auf der Social Media Plattform (App oder Mobile Browser) – allein über Smartphone und Tablets – und verbrachten dort im März 2018 weit über 8 Stunden3. Doch die Diskussionen gehen weiter – eventuell könnte der Nutzereinbruch noch kommen.

Verlass ist in jedem Fall auf einen anderen Dienst aus dem Hause Facebook: WhatsApp. Dass 9 von 10 Smartphone Usern WhatsApp nutzen und diese App das Ranking der meistgenutzten Apps damit mit großem Abstand anführt überrascht wahrscheinlich niemanden mehr – aber hätten Sie gedacht, dass die 33,4 Mio. User im Monat 3,6 Mrd. Sessions1 allein auf dieser App generieren? Kein Wunder dass Facebook überlegt dieses Potential werblich zu nutzen und in anderen Ländern bereits kleinere Tests in dieser Richtung gestartet hat5. Praktischerweise ist nicht nur die junge Zielgruppe auf WhatsApp vertreten – auch 2 Mio. User ab 65 Jahren sind darunter, die mit über 8,5 Stunden pro Person und Monat1 immer noch eine stattliche Nutzung generieren. Der Facebook Messenger wird in Deutschland deutlich weniger genutzt als WhatsApp – 1,3 Stunden verbrachten die rund 22 Mio. Nutzer im März auf der App in 510 Mio. Sessions1.

Über das Nielsen Mobile Panel

Das repräsentative Panel umfasst aktuell 6.500 Personen (über 8.000 Devices), die der Messung Ihrer mobilen Endgeräte (Smartphone und Tablet) zugestimmt haben. Erfasst wird der komplette Traffic (App und Browser-Nutzung) für Android und iOS. Die Daten werden monatlich veröffentlicht.

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Quellen

Nielsen Mobile Panel, App Nutzer über Smartphone und Tablet, Android und iOS, Deutschland, März 2018

Nielsen NetView Panel, Home & Work, Deutschland, März 2008

Nielsen Mobile Panel, App und Browser Nutzer über Smartphone und Tablet, Android und iOS, Deutschland, März 2018

Nielsen NetView Panel, Home & Work, Deutschland, März 2018

http://www.chip.de/news/Jetzt-kommt-Werbung-im-Facebook-Messenger-So-schlimm-wird-es-jetzt-wirklich_118547943.html

Nielsen AdIntel, Deutschland, Q1/2018