INSIGHTS

FMCG-wachstum in Europa erholt sich im zweiten quartal 2019
Artikel

FMCG-wachstum in Europa erholt sich im zweiten quartal 2019

Frankfurt, 12. September 2019 – Der europäische Umsatz von Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs (sog. FMCG-Produkte, “Fast Moving Consumer Goods” wie Lebensmittel, Getränke und Hygieneartikel) ist im zweiten Quartal 2019 um +3,4% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (Q1 2019: +0,9%). Das Wachstum zeigte sich zuvor über drei Quartale sehr gedämpft.

Entwicklungen im zweiten Quartal

Insgesamt zeigt die europäische Wirtschaft Anzeichen einer Abschwächung, die auf schwache Konjunkturaussichten und die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Brexit zurückzuführen sind. Das saisonbereinigte BIP-Wachstum für die Europäische Union stieg im zweiten Quartal 2019 um 0,2% im Vergleich zum Vorquartal. Das jährliche BIP-Wachstum für die Eurozone (EU28) betrug 1,4% im zweiten Quartal 2019 (vs. 1,6% im ersten Quartal 2018). Der private Konsum in Europa in Q2 unterstützte das BIP-Wachstum mit einem Anstieg von 0,3% im Vergleich zum ersten Quartal 2019.


Auf Verbraucherseite wurde im zweiten Quartal 2019 ein FMCG-Mengenwachstum von +0,5% (plus 1% gegenüber -0,5% im ersten Quartal 2019) verzeichnet, das jedoch auch aufgrund der Oster-Saison als temporärer Indikator betrachtet werden sollte. Insbesondere die Inflationsspitzen haben dazu geführt, dass die Verbraucher im Vergleich zum Vorjahresquartal (2% in Q2 2018) 2,9% mehr pro Artikel zahlten.

“Es ist zu erwarten, dass sich aufgrund des Brexits und der Auswirkungen von internationalen Handelsstreitigkeiten in Europa in den nächsten sechs Monaten weiter eine wirtschaftliche Verlangsamung bemerkbar macht. In einem herausfordernden Umfeld wie diesem dürfte die Konsumnachfrage insbesondere bei FMCG-Produkten sinken”, sagt Fred Hogen, Commercial Director bei Nielsen Deutschland.

“Die jährliche Inflationsrate in der Eurozone liegt bei 1%, was fast einem Dreijahrestief entspricht, da sich die Energiepreisinflation verlangsamt. Da die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak sowie Dienstleistungen jedoch schneller steigen, erwarten wir inflationären Druck auf die FMCG-Käufe. Hersteller und Einzelhändler sollten darüber nachdenken, wie sich dies auf die Ausgaben der Verbraucher bei Kaufentscheidungen für FMCG und die Wahl der Marken auswirken könnte. Der Anstieg der Nachfrage muss durch eine effektive Werbe- und Marketingstrategie getrieben werden, da die Verbraucher hinsichtlich ihrer Finanzen und Ausgaben in verschiedenen Kategorien vorsichtig sein werden”, ergänzt Hogen.

Verschiedene Länder im Vergleich

Die Türkei weist inflationsbedingt weiterhin das höchste Wachstum der Einnahmen an den Kassen im Jahresvergleich auf (+19,4%), jedoch ist das Volumenwachstum rückläufig, das im zweiten Quartal 2019 auf einem negativen Wachstumsniveau (-5,4%) liegt. Weitere Länder mit hohen Wachstumsraten sind Ungarn (+7,7%), Polen (+7,1%), Tschechien (+6,6%), die Slowakei (+4,6%) und Portugal (+4,2%). Dagegen verzeichnete Finnland (0,3%) das geringste Wachstum. Deutschland rangiert unter 28 Ländern lag auf Platz 12.

Italien lag im zweiten Quartal 2019 mit der höchsten FMCG-Wachstumsrate (+4%) unter den fünf großen westeuropäischen Märkten an der Spitze, gefolgt von Deutschland (2,4%) und Spanien (2,3%). Frankreich und Großbritannien verzeichneten im zweiten Quartal 2019 ein Wachstum von 1,3% bzw. 0,7%.

Die Lage in Deutschland

Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt zeigt Deutschland im zweiten Quartal eine Gesamtwachstumsrate von +2,4%, die auf Preiserhöhungen von +1,4 Prozent und ein Anstieg des Absatzes von +1,0 Prozent zurückzuführen ist.

“Das Wachstum von 2,4% gegenüber dem Vorjahr kompensiert den Rückgang im ersten Quartal, der wahrscheinlich auf die späteren Osterferien in diesem Jahr zurückzuführen ist.” Wir sehen für das erste Halbjahr einen Anstieg des Gesamtumsatzes von +0,8%, obwohl der Absatz rückläufig war (-0,6%) und die Preissteigerungen nicht so dynamisch waren wie im Vorjahr”, so Fred Hogen.

Anmerkungen

Preiseffekt = Die Veränderung des Preises, die ein Konsument für einen Artikel zahlt, aufgrund der Preisinflation und/oder des Kaufs eines Ersatzprodukts mit Wertdifferenz.

Nominales Umsatzwachstum = Umsatzveränderung des Artikels plus Absatzveränderung

ÜBER DEN NIELSEN GROWTH REPORTER


Der Nielsen Growth Reporter vergleicht die Marktentwicklung (Nominalwert und Einheiten) im FMCG-Sektor in ganz Europa. Er basiert auf den Umsatzdaten, die Nielsen in 21 europäischen Märkten erhebt und deckt die Umsätze der Vertriebslinien Lebensmittel, Verbrauchermarkt, Supermarkt, Discounter und Convenience ab. Er basiert auf dem größtmöglichen Warenkorb an Produktkategorien, den Nielsen in jedem dieser Länder und Vertriebslinien kontinuierlich verfolgt.

ÜBER NIELSEN

Nielsen Holdings plc (NYSE: NLSN) ist ein globales Mess- und Datenanalyse-Unternehmen, das die umfassendste und verlässlichste Sicht auf Verbraucher und Märkte weltweit liefert, die auf dem Markt verfügbar ist. Unser Ansatz kombiniert Nielsen-Daten mit anderen Datenquellen, um Kunden auf der ganzen Welt dabei zu helfen, zu verstehen, was aktuell passiert, was in Zukunft passiert und wie sie auf dieser Basis am besten handeln können. Seit mehr als 90 Jahren liefert Nielsen Daten und Analysen basierend auf wissenschaftlicher Genauigkeit und Innovationen und entwickelt ständig neue Wege, um die wichtigsten Fragen der Einzelhandels-, Konsumgüter- sowie Medien- und Werbeindustrie zu beantworten. Als S&P 500-Unternehmen ist Nielsen in mehr als 100 Ländern tätig und deckt mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung ab. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.nielsen.com.