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Naturkosmetik ist salonfähig geworden
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Naturkosmetik ist salonfähig geworden

Das Interesse vieler Verbraucher an gesellschaftlichen Themen wie Gesundheits- und Umweltverträglichkeit, nachhaltige Erzeugung sowie an der persönlichen Körperpflege wächst kontinuierlich. Dies hat auch die Akzeptanz für Naturkosmetik in den vergangenen Jahren stark erhöht – verbinden sich doch mit Naturkosmetik so positive Eigenschaften wie rein pflanzliche Inhaltsstoffe, natürliche Konservierungsstoffe, Verzicht auf synthetische Duft- und Farbstoffe sowie ökologisch verträglich und ohne Tierversuche erzeugte Produkte. Nicht zuletzt gewinnt dieser kleine Markt auch vor dem Hintergrund einer weiteren Zunahme von Allergien in der Bevölkerung an Bedeutung. So zeigt die neue Naturkosmetikstudie von Nielsen: Bereits in jedem vierten Haushalt finden sich mittlerweile entsprechende Produkte (2008: in jedem fünften Haushalt). Vor allem Drogeriemärkte und Discounter haben für eine breite Verfügbarkeit im Massenmarkt gesorgt; sie sind es auch in besonderem Maße, die die Erfolgsstory der Naturkosmetik aktuell fortschreiben.

Zielgruppe ist jung und kaufkräftig

Meist sind es gut situierte, junge Familien mit Kindern, die zu diesen Produkten greifen. Weniger aufgeschlossen gegenüber Naturkosmetik zeigen sich Singles, hier vornehmlich ältere Konsumenten. Schon jeder zweite Haushalt gibt zudem an, beim Einkauf zumindest hin und wieder auf Naturkosmetik zu achten. Der Markt hat seine regionalen Schwerpunkte: Die meisten Naturkosmetikfans leben in Süddeutschland. Eher dünn gesät ist diese Käuferklientel dagegen in den ostdeutschen Bundesländern. Für den deutschen Handel sind die Naturkosmetikkäufer eine sehr interessante Zielgruppe: Sie treibt nicht nur das Wachstum dieser Produkte an, sondern befeuert zugleich auch das gesamte Kategoriewachstum der Kosmetik und Körperpflege. Naturkosmetikfans gaben im Vergleich zum Vorjahr mehr als doppelt so viel für die gesamte Kategorie aus.

Nachfrage steigt stetig

Im abgelaufenen Jahr erzielten Lebensmittelhandel und Drogeriemärkte mit Naturkosmetik einen Umsatz von mehr als 250 Millionen Euro und verbuchten dabei zweistellige Zuwachsraten. Die Umsatzbedeutung innerhalb der wichtigsten Warengruppen geht bis in den zweistelligen Bereich. Die Umsätze mit Naturkosmetik wachsen derzeit in allen Vertriebsschienen, besonders starke Treiber sind Drogeriemärkte und Discounter. Den Löwenanteil der Umsätze erzielen dabei die Drogeriemärkte. Sie verzeichneten in den vergangenen zwölf Monaten hohe einstellige Zuwächse, mussten aber aufgrund der Schlecker-Insolvenz dennoch Marktanteile an den Wettbewerb abgeben. Wie attraktiv das Naturkosmetikgeschäft für den Handel ist, demonstriert auch der Wiedereinstieg des Discounts in dieses Marktsegment. Eher bescheiden nehmen sich dagegen die Vertriebslinien im klassischen Lebensmitteleinzelhandel aus.

Hautpflege ist bedeutendste Warengruppe

In einzelnen Warengruppen ist Naturkosmetik deutlich auf dem Vormarsch und erreicht dort respektable Anteile am Gesamtumsatz. Hautpflege, Gesichtspflege und Duschzusätze stehen für mehr als die Hälfte der Naturkosmetik-Umsätze in LEH und Drogeriemärkten. Am bedeutendsten dabei ist Hautpflege, auf deren Naturkosmetikartikel entfallen dabei mittlerweile jeder fünfte umgesetzte Euro. Gesichtspflege und Baby-/Kinderpflege weisen ein solides Wachstum auf. Auch Haarwaschmittel sind im Aufschwung. Aufgrund ihrer wachsenden Bedeutung treibt Naturkosmetik zudem die Entwicklungen im Kosmetik- und Körperpflege-Gesamtmarkt voran: Naturkosmetik-Hautpflege, -Duschzusätze und -Haarwaschmittel wachsen zweistellig und können trotz einer gleichzeitig stagnierenden, teilweise sogar rückläufigen Entwicklung der konventionellen Produkte den Gesamtmarkt positiv beeinflussen.

Drogeriemärkte und Discount pushen das Wachstum

Rund 90 Prozent der Naturkosmetikumsätze in LEH und Drogeriemärkten werden mit den beiden stärksten Marken sowie – in Summe – den Eigenmarken des Handels erwirtschaftet. Die Handelsmarken verbuchen ein starkes Wachstum und positionieren sich anteilsmäßig bereits knapp hinter dem Marktführer. Unter den Eigenmarken hat sich Naturkosmetik bereits stärker durchgesetzt als im Markengeschäft.

Bislang können sich Eigenmarken nur in Drogeriemärkten und im Discount durchsetzen. Drogeriemärkte erzielen 40 Prozent ihrer Naturkosmetik-Umsätze über Eigenmarken, Discounter 93 Prozent. Marken und Eigenmarken setzen in den einzelnen Warengruppen allerdings unterschiedliche Akzente: Im sensiblen Bereich Baby- und Kinderpflege punkten in den genannten Vertriebsschienen vor allem Naturkosmetik-Markenprodukte. Sie zeigten im abgelaufenen Jahr deutlich steigende Tendenz, während die Eigenmarken stagnierten. Auch bei Gesichtsreinigung und -pflege dominieren Marken. Eigenmarken sind hingegen die Vorreiter bei Shampoos.

Zusammengefasst stellen sich die Wachstumsperspektiven für Naturkosmetikhersteller und Handel also sehr gut dar – die Nachfrage nach entsprechenden Produkten wächst kontinuierlich. Und betrachtet man die Entwicklung in diesem Bereich in Relation zu anderen nachhaltig erzeugten Produkten des täglichen Bedarfs wie etwa Bio-Milchprodukte oder Fairtrade-Kaffee, so zeigt sich: Naturkosmetik kann im deutschen Handel bereits einen auffallend hohen Anteil am Gesamtumsatz der jeweiligen Kategorie realisieren.

Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Nielsen-Studie zum Thema Naturkosmetik. Sie haben Interesse, diese kostenpflichtig zu beziehen oder Fragen? Bitte wenden Sie sich an Eva Kinnebrock.