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Die bewußten Esser – Ernährung ist eine Frage des guten Gewissens
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Die bewußten Esser – Ernährung ist eine Frage des guten Gewissens

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Welche Lebensmittel sind „gesund“ für mich? Beeinflusst der Genuss eines bestimmten Produktes einen Menschen auf der anderen Seite der Welt negativ in seiner Lebensführung? Oder schadet er zukünftigen Generationen? Müssen Tiere für dieses Produkt leiden?

Bei der Unterscheidung in „gute“ und „böse“ Lebensmittel wird dem Konsumenten Eigenverantwortung und vorausschauendes Handeln abverlangt. Für die meisten Konsumenten müssen Lebensmittel heute also nicht nur gut schmecken, sondern sie müssen auch den vorherrschenden gesellschaftlichen Werten genügen – ethisch und moralisch korrekt sein. Gerade einmal 10 Prozent der Deutschen essen alles und achten bei der Auswahl ihrer Lebensmittel auf gar nichts.

Die Mehrheit der deutschen Verbraucher will jedoch Lebensmittel, die mit gutem Gewissen genießbar sind. Aber es ist schier unmöglich permanent alle „Risiken“ zu überschauen. Im Stimmgewirr aus immer neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen oder Lebensmittelskandalen und der schnellen Abfolge ihrer Verbreitung durch die Medien fokussieren sich die Verbraucher darauf, die für sie persönlich am höchsten eingestuften Risiken zu minimieren. Das Ergebnis dieser subjektiven Auseinandersetzung ist die Pluralisierung von Ernährungsstilen.

Zum Beispiel bevorzugt knapp jeder fünfte Konsumente Bioprodukte. Konsumenten, die diesem Ernährungsstil folgen sind stark gesundheitsorientiert und zeigen sich in diesem Kontext als besonders misstrauisch gegenüber der industriellen Lebensmittelproduktion. In den stark kontrollierten Bio-Produkten finden sie die Sicherheit, die ihnen bei vielen „normalen“ Produkten fehlt.

Dementgegen zeigen die vier Prozent strikten Vegetarier weniger Verantwortungsbewusstsein gegenüber der eigenen Gesundheit. Ihr Fokus liegt auf dem Schutz der Umwelt und vor allem dem Wohl der Tiere. In ihrem Ernährungsstil schafft der Verzicht auf Fleisch Entlastung von dieser Verantwortung.

Sich einem bestimmten Ernährungsstil zu verschreiben, vereinfacht den Alltag. Wenn man sich an die Glaubenssätze hält, die dieser bestimmten Ernährungsform zugrunde liegen, schafft das Erleichterung vom permanenten Nachdenken über eine unüberschaubare Vielzahl uns umgebender Gesundheits- und Umweltrisiken.

Aber keine Regel ohne Ausnahme. Nur die wenigsten sind in ihren Ernährungsideologien immer zu 100 Prozent konsequent. Vor allem die gemeinsame Zeit, die man mit Freunden und Familie verbringt, veranlasst zum Abweichen zu Gunsten des gemeinsamen Moments – und das ganz ohne schlechtes Gewissen.

Mehr zu Ernährungstrends erfahren Sie von Anne-Kathrin Haubert.

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