INSIGHTS

Snacking im wandel
News

Snacking im wandel

Das Stichwort „Snacking“ wird oft mit klug platzierten Regalen, gefüllt mit meist hochkalorischer Impulsware assoziiert. Dieses Bild entspricht nur mehr bedingt der Realität, haben veränderte Konsumentenbedürfnisse doch zu einer Ausweitung des Kernbereichs von „Snacking“ und einem stark innovationsgetriebenen Randbereich geführt.

Für den Handel ist die Unterscheidung dieser zwei Bereiche relevant, da sie für die Platzierung und das Promotionpotenzial ausschlaggebend ist. Die Industrie hingegen muss sich gegen völlig neue Mitbewerber wappnen und im selben Moment die Chancen des Randbereichs nutzen. Denn Teile des Randbereichs können relativ rasch näher an den Kern rücken. Das beste Beispiel hierfür sind Riegel und Nüsse, deren Umsatzvolumen im Lebensmitteleinzelhandel inkl. Hofer & Lidl seit 2016 um +26,0 % gestiegen ist (KW 01 bis KW 44 2018 vs. selber Zeitraum 2015).

Um die Treiber des Wandels von „Snacking“ zu verstehen, ist es wichtig zu differenzieren, ob der Shopper seine Kaufentscheidung aufgrund eines funktionellen (z.B. Hunger) oder emotionalen (z.B. Lust) Bedürfnisses trifft. So lassen sich bei genauerer Betrachtung sieben Snackerprofile unterscheiden: impulsgetriebene Snacker, vorausplanende Snacker, Mahlzeitenersatz-Snacker, gesunde Snacker, prüfende Snacker, Promo-Snacker und Genuss- Snacker. Ist man früher überwiegend von preis- und impulsgetriebenen Snackingkäufern ausgegangen, weiß man heute folglich, dass diese massiv in ihren Entscheidungswegen und den Kauf- und Verzehranlässen variieren.

Einen wichtigen Einfluss auf jene Kauf- und Verzehranlässe hat beispielsweise der Wochentag. Gesunde Snacks und jene, die Mahlzeiten ersetzen sollen, werden unter der Woche verstärkt konsumiert, während das Wochenende eher klassischen Snacks wie Chips und Tafelschokolade vorbehalten ist. Diese Erkenntnis ist insbesondere für den Handel nützlich, der den POS entsprechend flexibel gestalten kann, während er im selben Zug das Wissen um die sieben Snackerprofile miteinbezieht.

Um fit für die Snacking-Zukunft zu sein, ist es also wichtig zu verstehen, welche der sieben Snackerprofile die Marke heute bedient und wohin die Reise gehen soll. Nur so ist es möglich die korrekten Innovationen zu setzen und die Elemente des Marketing-Mix zu optimieren – sei es durch das Feilen an der Produktrezeptur und dem Verpackungsdesign oder an der Instore-Platzierung und der Werbestrategie.