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Der einfluss von COVID-19 auf den Schweizer detailhandel
Bericht

Der einfluss von COVID-19 auf den Schweizer detailhandel

Nielsen identifiziert 6 phasen des konsumentenverhaltens entlang der ereigniskette rund um den ausbruch des corona-virus

Das Thema COVID-19 bestimmt derzeit Wirtschaft, Medienberichte sowie den Alltag der Bevölkerung. Nielsen hat sich damit beschäftigt, welche Auswirkungen die weltweite Pandemie auf den Detailhandel hat.

NIELSEN IDENTIFIZIERT 6 PHASEN DER AUSWIRKUNGEN VON COVID-19 AUF DAS KONSUMENTENVERHALTEN

Eine internationale Studie von Nielsen identifiziert sechs Phasen des Verbraucherverhaltens, die in direktem Zusammenhang mit Schlüsselereignissen rund um den Ausbruch des neuartigen Corona Virus (COVID-19) stehen. Die Phasen zeigen frühe Signale für das Kaufverhalten, insbesondere bei Produkten zur Bevorratung und Gesundheitsversorgung. Es zeichnet sich hier ein Muster ab, das sich in mehreren Ländern weltweit widerspiegelt.

Konkret lässt sich eine Korrelation von einerseits COVID-19-Medienberichten und Massnahmen der Regierungen zur Eindämmung der Pandemie mit verändertem Einkaufsverhalten für zahlreiche Produktgruppen wie Hygiene- & Gesundheitsprodukte, Pflegeprodukte und haltbare Lebensmittel andererseits beobachten.

Die Phasen sind an Schlüsselereignisse im Verlauf der Pandemie im jeweiligen Land geknüpft. Die folgende Grafik zeigt eine Übersicht der sechs Phasen und was sie für den Lebensmittel- & Drogeriefachhandel bedeuten.

Nielsen 6 Stages AT

Eine Zusammenfassung der internationalen Nielsen-Studie mit Entwicklungen in Ländern, die bereits frühzeitiger von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen waren, und weitere Hintergründe zu den sechs Phasen finden Sie hier (in englischer Sprache).

EINBLICKE ZU DEN AUSWIRKUNGEN VON COVID-19 AUF DEN SCHWEIZER DETAILHANDEL

Auch für die Schweiz haben wir die Zusammenhänge dieser Phasen mit den Entwicklungen im Lebensmittel- und Drogeriefachhandel überprüft. Anhand untenstehender Grafik lässt sich ableiten, dass die Konsumenten hierzulande ähnlich wie in den anderen Ländern reagieren.

Noch bevor die ersten Fälle in der Schweiz am 25. Februar auftraten, begannen die Schweizer Verbraucher sich mit den für sie wichtigen Konsumgütern zu versorgen. Die zunächst erhöhten Wachstumsraten zu Anfang des Jahres erklären sich durch verschobene Feiertagseinkäufe. Die ersten Berichte über ein neuartiges Virus in der ersten Kalenderwoche dürften in der Schweiz keine oder nur wenig Auswirkungen gezeigt haben.

Nielsen COVID 19 Stages CH 2

Nach einer Analyse der Auswirkungen der Pandemie auf den weltweiten Konsum (Pandemic Pantries), insbesondere in China, Italien und den USA, konnte eine Reaktion der Verbraucher auf die weitere Ausbreitung von COVID-10 festgestellt werden. Ein erhöhter Verkauf von Händedesinfektionsmittel war der erste Hinweis auf eine Verhaltensänderung. Darauf folgt eine Spirale vorsorglicher Einkäufe. 

Nielsen COVID 19 Stages Switzerland 1

Bei der Betrachtung von Vorratsartikeln, die die Verbraucher in „Notfällen“ (insbesondere Toilettenpapier, Mehl, Reis, Konserven etc.) häufig auffüllen, konnten in den ersten acht Wochen des Jahres keine grossen Auswirkungen festgestellt werden. Angesichts der steigenden Verbreitung ab Kalenderwoche 9 ist jedoch ein starker Anstieg eines lokal erhöhten Kaufverhaltens erkennbar.  

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Bei den Food Warengruppen zeichnet sich in den Kalenderwochen 6-9 vor allem bei lagerungsfähigen Lebensmitteln ein starkes Plus ab. Darunter fallen Mehl, Teigwaren, Reis sowie Kartoffelstock und Konserven. Aber auch Produkte wie Salz, Öl, Mineralwasser und Saucen, verzeichnen eine positive Entwicklung, allerdings weniger als die Grundnahrungsmittel.

Warengruppen wie Tiefkühlprodukte, Brotaufstrich gesüsst und Käse verzeichnen im Vergleich zu den genannten Kategorien eine geringere Wachstumsrate – diese werden von den Konsumenten offenbar eher als ergänzend denn als lebensnotwendig angesehen.

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Ähnliche Entwicklungen sehen wir im Bereich Near Food. In den Kalenderwochen 6-9 folgten entsprechend der Entwicklung die Bevorratungskäufe von wichtigen Gütern des täglichen Bedarfs. Desinfektionsmittel zeigt bereits seit Januar ein überproportionales Wachstum. Andere Artikel wie Toilettenpapier, Windeln, Batterien und Tiernahrung ziehen insbesondere in den letzten Wochen stark an.

EINEN SCHRITT WEITER DENKEN

Das Einkaufsverhalten während der Krise wird sich allerdings nicht strikt auf die Entwicklung entlang der sechs Phasen beschränken. Die Bevorratungskäufe, die derzeit stattfinden, füllen die Vorratskammern der Konsumenten und stellen in vielen Fällen nur vorgezogene Einkäufe dar. Bei Produkten wie z.B. Toilettenpapier und Reinigungsprodukten wird es mittelfristig zu einem Rückgang der Verkäufe kommen, da diese Produkte erst nach und nach verbraucht werden. Bei anderen Warengruppen, insbesondere bei haltbaren Lebensmitteln, wird es jedoch zu einem ausgeweiteten Konsum kommen, da die Haushalte in Anbetracht der Schliessung der Gastronomiebetriebe und der vorherrschenden Ausgangsbeschränkungen potenziell mehr zu Hause konsumieren, als sie es normalerweise tun würden.

Ein weiterer Trend, den Hersteller und Einzelhändler im Auge behalten sollten, ist ein Anstieg der Onlinekäufe. In anderen Märkten, darunter China und Australien, hat die Angst vor einer Pandemie eine neue Wachstumswelle für den Online-Lebensmittelhandel ausgelöst. Mit dem Vorteil eines vereinfachten Einkaufs durch bequeme Liefer- und/oder Abholoptionen können sich schweizerische Verbraucher in der Krisenzeit offener gegenüber Onlinebestellungen von Gütern des täglichen Bedarfs zeigen. Wenn es gelingt die Logistik und Lagerbestände aufrechtzuerhalten, ist diese Krise somit eine Chance für den E-Commerce langfristig mehr Kunden zu gewinnen. Eine effektive Online-Strategie wird für Einzelhändler und Marken daher immer wichtiger.