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Des Deutschen liebstes Kind: Bundesbürger wollen auf das eigene Auto nicht verzichten
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Des Deutschen liebstes Kind: Bundesbürger wollen auf das eigene Auto nicht verzichten

In der Theorie klingt es gut: Menschen verzichten für den Weg zur Arbeit auf ein eigenes Auto und nutzen – ganz umweltbewusst – öffentliche Verkehrsmittel, bilden Fahrgemeinschaften oder beteiligen sich an Carsharing-Modellen. Das spart Energie und CO2-Emmissionen. Doch Theorie und tagtägliche Praxis stimmen nur bei wenigen Bundesbürgern überein. Des Deutschen liebstes Kind ist und bleibt das eigene Auto. Dies belegt eine aktuelle Studie von Nielsen, die sich mit der Sichtweise der Konsumenten zum Thema Autos befasst. In der weltweiten Studie geben 85 Prozent der befragten Deutschen an, dass sie mindestens ein eigenes Auto im Haushalt zur Verfügung haben. Jeder vierte deutsche Autobesitzer kann im Haushalt sogar auf zwei oder mehr Autos zurückgreifen.

Mehrheit der Deutschen wünscht sich ein eigenes Auto

Ein Blick auf die Befragten ohne Auto zeigt: Auch hier ist das eigene Auto ein großer Wunsch, zum Autokauf fehlt lediglich das nötige Kleingeld. 60 Prozent der Befragten ohne Auto sagen: „Ich hätte ein Auto, wenn ich es mir leisten könnte.“

Was also macht die ungebrochene Faszination für Autos aus?

Ingo Schier: „Die Studie liefert uns einen Hinweis, der vielleicht banal erscheint, aber ein ganz starker Antriebsmotor ist: Die Möglichkeit von A nach B zu gelangen, ohne auf öffentliche Verkehrsmittel, Familie oder Freunde angewiesen zu sein, schafft ein Gefühl von Unabhängigkeit und Freiheit. Darum fahren die Deutschen so gerne im Auto über das Land.“

Und das unabhängig davon, ob die Deutschen ein eigenes Auto in der Garage stehen haben oder nicht: Sowohl 79 Prozent der Autobesitzer als auch 64 Prozent der Befragten ohne Auto sagen: „Ich liebe Autofahren!“

Dabei spielt natürlich auch die Bequemlichkeit eine wichtige Rolle: Auf die Frage nach dem bevorzugten Transportmittel ist nur jeder vierte Autobesitzer bereit, das Auto tatsächlich stehen zu lassen und andere Transportmittel zu nutzen. Als Erklärung gilt bei der Mehrheit (73 Prozent), dass sie ihr gewünschtes Ziel nur mit dem Auto bequem erreichen können.

Für das Festhalten am eigenen Auto sieht Ingo Schier neben der persönlichen Vorliebe aber auch durchaus handfeste Gründe: „Unsere Verkehrsinfrastruktur ist gerade in ländlichen Gebieten noch nicht so gut entwickelt, dass die Menschen auf öffentliche Transportmittel umschwenken können.“ Insbesondere Berufspendler, die lange Strecken zur Arbeit überwinden müssen, legen diese lieber im Auto zurück. Tatsächlich benötigt mehr als die Hälfte (56 Prozent) der autofahrenden Pendler täglich mehr als eine Stunde für ihren Weg zur Arbeit.

Dass das Auto aber in den Augen der Deutschen längst kein Statussymbol mehr ist, bestätigt die Studie von Nielsen ebenfalls. Für 73 Prozent der befragten Autobesitzer ist ihr Wagen lediglich ein nützliches Werkzeug, das den Menschen bequem ans gewünschte Ziel bringt. Nur 28 Prozent bewerten das Auto als geeignetes Mittel, um ihren wirtschaftlichen Erfolg auszustrahlen. Allerdings: Der Wunsch, mit dem Auto ein Signal zu setzen, ist noch nicht ganz aus den Köpfen der Wagenbesitzer verschwunden. Fast die Hälfte (48 Prozent) würde sofort auf ein besseres Modell umschwenken, wenn sie es finanzieren könnte.

Zukunft ohne Auto? Beinahe unvorstellbar!

Auch die Zukunft stellen sich die Deutschen mit Auto vor. So plant knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent), in den kommenden zwei Jahren ein Auto zu kaufen, bei 22 Prozent soll es sogar ein Neuwagen sein. Rund die Hälfte (48 Prozent) der Autobesitzer plädiert zudem dafür, dass Eltern, soweit es ihnen finanziell möglich ist, dem Sohn oder der Tochter ein Auto zur Verfügung stellen sollen. Für die Autobauer sind all dies wichtige Signale, denn die Motivation hinter einem Autokauf zu verstehen, ermöglicht es, die richtige Käufergruppe und ihre speziellen Bedürfnisse und Wünsche anzusprechen.


Über die Nielsen Global Survey

Die Nielsen Global Survey zum Thema Autos wurde vom 14. August bis 6. September 2013 durch-geführt. Dabei hat Nielsen mehr als 30.000 regelmäßige Internetnutzer in 60 Ländern der Regionen Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Nordamerika befragt. Die Stichprobe ist nach Alter und Geschlecht für jedes Land basierend auf den jeweiligen Internetnutzern quotiert und gewichtet. Sie repräsentiert damit die Internetnutzer des Landes und hat eine maximale Abweichung von ±0,6 Prozent. Diese Nielsen Onlineumfrage basiert ausschließlich auf dem Verhalten von Befragten mit Internetzugang. Die Internetverbreitung variiert je nach Land. Damit ein Land in die Umfrage aufgenommen wird, setzt Nielsen voraus, dass mindestens 60 Prozent der Bevölkerung oder zehn Millionen Menschen Internetzugang haben.

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