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Auf der Kriechspur gefangen

3 Minuten lesen | Michael Brown, Nielsen Automotive Lead und Adam Axiak, Nielsen Readership Lead | Oktober 2019

Nielsen emmaCMV zeigt, dass die Australier die Umwelt als ein wichtigeres soziales Thema einstufen als die psychische Gesundheit, die Bildung, die Überalterung der Bevölkerung, die Zinssätze und die Fettleibigkeit. Die Zahl der Australier, die sagen, dass sie sich zunehmend um die Umwelt sorgen, ist im vergangenen Jahr um 31 % auf 1,8 Millionen Menschen gestiegen. Wir beobachten bereits, dass diese Besorgnis die Art und Weise, wie die Verbraucher Lebensmittel einkaufen und wie sie reisen, beeinflusst. Aber trägt diese wachsende Sorge um die Umwelt auch dazu bei, eine der größten finanziellen Entscheidungen der Australier zu beeinflussen: den Kauf eines Kraftfahrzeugs?

Die Australier sind zwar sehr daran interessiert, ihren Teil zum Umweltschutz beizutragen und ihren CO2-Fußabdruck zu verringern, aber ihre Bereitschaft, ihre Gewohnheiten zu ändern und Elektrofahrzeuge zu kaufen, ist gering.

Während beispielsweise die Verkäufe von Elektrofahrzeugen in Australien 2018 ein Allzeithoch erreichten, ist die Zahl im Vergleich zu anderen Märkten immer noch sehr niedrig: In Australien wurden nur 1.352 Fahrzeuge verkauft, in China dagegen 1,2 Millionen, in den USA 360.000 und in Neuseeland sogar 3.682 Elektrofahrzeuge.

Um die Automobilindustrie in Schwung zu bringen, müssen drei Probleme gelöst werden:

  1. Aufklärung und Bewusstsein - Da nur 16 % der Befragten glauben, dass sie ausreichend über Elektrofahrzeuge informiert sind, besteht eine echte Chance für die Automobilindustrie, sie über die einzigartigen Vorteile von Elektrofahrzeugen aufzuklären. Es gibt gemischte Ergebnisse, wenn es um die Bekanntheit von Marken geht, die Elektroautos anbieten - 16 % der Befragten nannten Tesla, 11 % Toyota und 5 % BMW, Nissan und Hyundai. Interessanterweise wählten 23 % der Befragten eine Marke, von der sie glaubten, dass sie Elektrofahrzeuge in Australien verkauft, und 12 % gaben an, dass kein Hersteller diese Art von Fahrzeugen in Australien verkauft.
  2. Wahrgenommener Wert - 79 % der Australier gaben an, dass der Preis der wichtigste Faktor ist, der sie zum Kauf eines Elektrofahrzeugs verleitet. Nicht weniger als 50 % gaben an, dass sie nur 20 bis 30.000 Dollar bezahlen würden. Dies ist ein großes Hindernis für den Verkauf, wenn man bedenkt, dass Fahrzeuge im unteren Preissegment, wie z.B. ein Hyundai IONIQ, ab 45.000 Dollar plus Straßenbenutzungskosten verkauft werden, während ein Nissan Leaf etwa 50.000 Dollar kostet. Es ist daher keine Überraschung, dass die Käufer von Luxusautos den Verkauf von Elektrofahrzeugen ankurbeln, da sie es sich leisten können, den Aufpreis zu zahlen.
  3. Fahrzeugreichweite und Infrastruktur - 47 % der Menschen glauben, dass Elektrofahrzeuge nur 100-300 km weit fahren können, bevor sie wieder aufgeladen werden müssen. Obwohl die meisten Menschen angeben, dass sie weniger als 80 km pro Tag fahren, ist die Gefahr, dass ihnen auf langen Fahrten die Ladung ausgeht, ein großes Hindernis für den Kauf. Darüber hinaus geben 77 % der Australier an, dass das Fehlen einer öffentlichen Infrastruktur ein weiteres wesentliches Hindernis darstellt. Dies wird durch die Tatsache belegt, dass es in Australien nur 800 Ladestationen gibt, verglichen mit über 6.000 Tankstellen.

Um besser zu verstehen, was den Verkauf von Elektrofahrzeugen in Australien behindert, befragte Nielsen 10 leitende Automobilvermarkter und 1.000 Australier, die über 18 Jahre alt sind, und untersuchte die Einstellungen und Verhaltensweisen von Nielsen emmaCMV. Diese Ergebnisse können Sie kostenlos im Nielsen-Bericht "Australian Adoption of Electric Vehicle" einsehen.

Fortsetzung der Suche nach ähnlichen Erkenntnissen