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Warum die US Open im besten Tennis-Fandom-Markt Amerikas stattfinden

4 Minute lesen | September 2026

New York ist nicht nur Austragungsort der US Open, sondern auch der Markt mit der größten Begeisterung für Tennis im ganzen Land. Der Unterschied zwischen New York und dem Rest des Landes verdeutlicht den engen Zusammenhang zwischen Heimvorteil und lokaler Fanbegeisterung.

Laut dem „Local Tennis Fandom Index“ von Nielsen Scarborough liegt New York ganze 12 Punkte vor dem nächstbeliebtesten Markt, Miami/Ft. Lauderdale, und 34 Punkte über dem nationalen Durchschnitt. Zwar ist für den Austragungsort Flushing Meadows ein „Heimvorteil“ zu erwarten, doch ist der Vorsprung größer, als die bloße geografische Nähe vermuten lässt. Das Interesse am Tennis in New York ist außergewöhnlich groß.

In Anlehnung an die Rangliste der Fußball-Fangemeinden von Nielsen wurden im Tennis-Index neun Faktoren bewertet, um ein umfassendes Bild des Interesses am Tennis zu erhalten: Zuschauerzahlen bei den US Open, Zuschauerzahlen bei Profi-Turnieren, allgemeines Interesse, Zuschauerzahlen bei Live-Veranstaltungen, Wettabsicht, Engagement in sozialen Medien, Streaming-Gewohnheiten, eigene Teilnahme sowie tennisbezogene Reisen.

New York liegt bei der für diese Diskussion relevantesten Kennzahl – den Zuschauerzahlen der US Open – mit großem Abstand an erster Stelle. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Turnier in diesem Markt verfolgt wird, ist mehr als doppelt so hoch wie der nationale Durchschnitt und der direkteste Beweis für die Anziehungskraft des „Bookend Slam“ auf seinem Heimatmarkt.

Nicht nur Spitzenleistungen, sondern vor allem Beständigkeit verschafft New York seinen Vorsprung. Der Markt rangiert bei allen Faktoren außer der Urlaubsplanung unter den ersten neun. Im Gegensatz dazu weisen andere Top-Märkte eine hohe Volatilität auf: Miami/Ft. Lauderdale führt in vier Kategorien (ATP-Interesse, Wetten, Zuschauerzahlen und soziale Medien), fällt jedoch in allen anderen unter Platz 18 zurück. Ähnlich verhält es sich mit Palm Springs und West Palm Beach, die zwar in bestimmten Bereichen Spitzenwerte erzielen, in anderen Bereichen jedoch auf Platz 50 bis 80 zurückfallen. New Yorks durchweg konstante Leistung führt zur höchsten Durchschnittswertung unter den über 80 untersuchten Nielsen-DMA-Märkten.

Die einzige Schwachstelle ist bezeichnend. Nur bei den Plänen für „Golf- oder Tennisurlaube“ fällt New York aus den Top 30 heraus. Dies deckt sich mit den Reisegewohnheiten: Märkte im „Sunbelt“ wie Florida und Kalifornien sind Reiseziele, während die New Yorker selbst die Reisenden sind. Dies unterstreicht, dass die Begeisterung für New York eher auf Engagement und Teilnahme als auf Tourismus beruht.

Das Fazit: New York ist der vielseitigste Tennismarkt in Amerika. Seine Spitzenposition verdankt er einer ausgewogenen Stärke in den Bereichen Zuschauerzahlen, Wettumsätze, Besucherzahlen und Engagement in den sozialen Medien – all dies gestützt durch einen turnierbedingten Zuschaueranstieg, den kein anderer Markt erreichen kann. Zudem werden allein in New York während des Turniers mehr als eine halbe Million „Honey Deuce“-Drinks getrunken.

Auch die „Creator Economy“ fährt mit dem Zug nach Flushing Meadows 

New Yorks Vorsprung erstreckt sich über das Fernsehpublikum hinaus auch auf diejenigen, die direkt vom Turniergelände aus Beiträge veröffentlichen. Die US Open haben sich zu einem wichtigen Schauplatz der Creator-Economy entwickelt, was den Heimvorteil noch weiter verstärkt.

Die USTA hat ihr Zertifizierungsprogramm für Content-Ersteller für das Jahr 2026 nahezu verdoppelt. Diese Investition entspricht dem Profil der Tennisfans; Daten von Nielsen Fan Insights (NFI) zeigen, dass diese ein überdurchschnittlich starkes Interesse an Prominenten haben und besonders empfänglich für Influencer-Marketing sind.

Tennisfans zeigen fast doppelt so häufig wie die allgemeine Bevölkerung ein „großes Interesse“ an Prominenten. Dieses Interesse wirkt sich auf das Kaufverhalten aus: Über die Hälfte der Tennisfans gibt an, dass Influencer ihre Kaufentscheidungen beeinflussen, und sie nutzen doppelt so häufig eine Dienstleistung auf Empfehlung eines Influencers. Konkret haben 58 % der Tennisfans bereits einen Kauf aufgrund der Empfehlung eines Influencers getätigt, verglichen mit 36 % der allgemeinen Bevölkerung.

Diese Präsenz der Content-Ersteller ist eine natürliche Erweiterung der Marktdynamik. Die Nähe New Yorks zu talentierten Kreativen, gepaart mit einer Fangemeinde, die begierig darauf ist, auf die Inhalte von Influencern zu reagieren, bedeutet, dass die Stadt das Turnier nicht nur verfolgt – sie produziert auch die Inhalte, die die US Open weit über die Reichweite der Linie 7 hinaus tragen.

Außerhalb von New York konzentriert sich die Tennis-Fangemeinde auf die Küstenregionen und den Sunbelt

Während New York dominiert, zeigt der Rest der Karte, dass die Tennisfan-Szene in den USA vor allem an den Küsten und im Sunbelt konzentriert ist. Miami/Ft. Lauderdale, Palm Springs und West Palm Beach bilden die nächste Stufe und spiegeln die Akademie- und Rentnerkultur Floridas und Südkaliforniens wider. Die Top Ten werden durch Zentren an der Ostküste und im Sunbelt vervollständigt, darunter Atlanta, Boston, Washington D.C., Charlotte, San Francisco sowie Austin und Cincinnati, die sich den Platz teilen.

Quelle: Nielsen Scarborough USA+ 2026, Release 1 (Jan. 2025–Mai 2026), Gesamtzahl der Erwachsenen ab 18 Jahren

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