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Lokale Wurzeln, nationale Leidenschaft: Vorstellung des Nielsen Scarborough NFL-Fandom-Index

3 Minute lesen | August 2026

Während sich die NFL nach den Rekordzuschauerzahlen im Jahr 2025 auf den Start einer weiteren Saison vorbereitet, hat Nielsen offiziell den ersten „Nielsen Scarborough NFL Fandom Index“ vorgestellt. Diese umfassende Studie geht über eine einfache Zählung der Fans hinaus und ermittelt, wo der Puls des Sports am stärksten schlägt. Dabei zeigt sich, dass Amerikas leidenschaftlichste Fans oft im Herzen der traditionsreichen mittelgroßen Märkte zu finden sind.

Den Daten zufolge sind Buffalo, Kansas City und Green Bay die drei Märkte mit der größten Begeisterung, dicht gefolgt von Cincinnati und Philadelphia.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Rankings, die sich ausschließlich auf Einschaltquoten stützen, nutzt die Methodik von Nielsen acht verschiedene Kennzahlen, um das gesamte Spektrum der modernen Fandom-Kultur zu erfassen: Bekleidungskäufe, allgemeines Interesse, Besucherzahlen bei Live-Veranstaltungen, Wettabsichten, Engagement in sozialen Medien, Radiohörerschaft, Streaming-Gewohnheiten und lineare TV-Einschaltquoten.

Es zeichnet sich ein auffälliger Trend ab: das Muster „kleiner Markt, geballte Fanbindung“. Traditionelle Märkte wie die der AFC North – Cincinnati, Baltimore, Pittsburgh und Cleveland – bilden einen besonders starken Cluster; alle vier landen in der Gesamtwertung unter den Top 10, und ihre Stärke beruht in erster Linie auf klassischen, lokalen Faktoren wie lokalem Radio, Fernsehen und Live-Zuschauerzahlen und weniger auf Wetten oder Streaming.

Dieses Muster erstreckt sich weit über die AFC North hinaus. Die Radiohörerschaft ist besonders konzentriert: Abgesehen von den „großen Drei“ – Buffalo, Green Bay und Kansas City – weisen Cleveland/Akron, Cincinnati, Minneapolis/St. Paul und Pittsburgh die höchsten Werte beim Hören von Spielen im Radio auf. Die Zuschauerzahlen bei Rundfunk und Kabelfernsehen zeigen ein ähnliches Bild: Cincinnati, Minneapolis und Pittsburgh reihen sich neben Green Bay, Buffalo und Kansas City an der Spitze ein. Dieselbe Gruppe, ergänzt um Baltimore, dominiert auch die Zuschauerzahlen bei Live-Veranstaltungen. Es handelt sich um Märkte mit nur einem Team, einer starken lokalen Identität und wenigen konkurrierenden Unterhaltungsangeboten – eine Kombination, die das Pro-Kopf-Engagement weit über das hinaus steigert, was allein aufgrund der Marktgröße zu erwarten wäre.

Philadelphia und Cincinnati haben sich ihren Platz nicht dadurch gesichert, dass sie in einem einzelnen Bereich herausragten, sondern indem sie in allen Bereichen präsent waren. Keiner der beiden Märkte führt eine einzelne Kennzahl eindeutig an, doch beide landen bei fünf der acht vom Index erfassten Fragen unter den Top 5. Diese Breite – und nicht ein einzelnes herausragendes Merkmal – ist es, die die beiden Städte auf Platz 5 und 4 der Gesamtwertung bringt – deutlich vor Märkten, die zwar einen einzelnen beeindruckenden Wert vorweisen können, in anderen Bereichen jedoch wenig Beständigkeit zeigen.

Fanartikel erzählen ihre ganz eigene regionale Geschichte. Detroit (Platz 5 bei Bekleidung) und Green Bay (Platz 4) liegen bei den Bekleidungskäufen weit über dem, was ihre Marktgröße vermuten lassen würde – Detroit profitiert dabei vom Schwung der jüngsten sportlichen Erfolge der Lions, während Green Bay auf eine jahrzehntelange Packers-Fankultur zurückgreifen kann, die die Farben Grün und Gold weit über Wisconsin hinaus zu einem festen Bestandteil der Garderobe gemacht hat.

Umgekehrt schnitten große Medienzentren mit vielfältigen Angeboten wie New York, Los Angeles und Miami unterdurchschnittlich ab. In diesen gesättigten Märkten führen eine Fülle an Unterhaltungsangeboten und geteilte Teamloyalitäten oft zu einer Verwässerung der Pro-Kopf-Intensität, wodurch New York auf dem letzten Platz des Index landet.

Die Studie hob zudem spezifische digitale Verhaltensweisen hervor. Während sich Indianapolis als besonders sozialmedienorientierter Markt herausstellte, zeigten Denver und Jacksonville eine deutliche Tendenz zum Streaming, was auf eine jüngere oder digital versiertere Fangemeinde hindeutet.

Ob es nun um die generationsübergreifende Treue in Green Bay, das digitale Engagement in Denver oder die breit gefächerte Begeisterung in Philadelphia und Cincinnati geht – der Nielsen Scarborough NFL Fandom Index belegt, dass die NFL zwar ein globales Schwergewicht ist, ihre wahre Stärke jedoch in ihrem lokalen kulturellen Einfluss liegt.

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