Zur Halbzeit des Jahres 2026 zeigen uns unsere Streaming-Daten, dass die fünf beliebtesten Titel insgesamt bisher 108 Milliarden Minuten erreicht haben – ein Anstieg gegenüber den 103 Milliarden Minuten im Vorjahr. Wir greifen unsere Halbjahresanalyse zum Streaming wieder auf, die im vergangenen Juli erstmals veröffentlicht wurde. Die Analyse hat einige interessante Trends aufgezeigt, darunter eine neue Kategorie von Streaming-Originals, die wachsende Bedeutung von Reality-Serien und ein solides erstes Halbjahr für Streaming-Originalfilme – selbst angesichts einer Erholung der Kinokassen.

„Swan Song“ legt kräftig zu
Als die Netflix-Serie „Stranger Things“ am 31. Dezember 2025 zu Ende ging, markierte dies das Ende einer Ära. Die Abenteuerserie, die zweifellos die meistgesehene Streaming-Originalserie aller Zeiten ist, hat es geschafft, Zuschauer aller Altersgruppen zusammenzubringen, und hinterlässt ein bleibendes Vermächtnis. Selbst sechs Monate nach der Veröffentlichung des Finales gelang es „Stranger Things“, den zweifachen ARTEY-Preisträger „Bluey“ als meistgesehenen Streaming-Titel der ersten Jahreshälfte (insgesamt 23,2 Milliarden Minuten) zu übertrumpfen.
„The Boys“ auf Prime Video war eine weitere langjährige Originalserie, die in diesem Jahr zu Ende ging, und belegt mit 9,6 Milliarden Minuten den sechsten Platz unter den Originalserien. Bei den Männern im Alter von 18 bis 34 Jahren lag sie auf Platz zwei der Originalserien, knapp hinter dem Gesamtspitzenreiter „Stranger Things“, und führte im Mai die Liste aller Streaming-Serien an.
Die neue Klasse
Während einige hochkarätige Originals bereits zu Ende gegangen sind, haben sich mehrere neuere Serien als ernstzunehmende Konkurrenten etabliert. An der Spitze steht derzeit „The Pitt“ von HBO Max, das mit 21,1 Milliarden Minuten den zweiten Platz unter den Originals und den dritten Platz in der Gesamtwertung belegte. Die zweite Staffel des Arztdramas verzeichnete im Vergleich zur ersten einen deutlichen Zuschauerzuwachs, und eine dritte Staffel ist bereits in Vorbereitung. Weitere junge Originalserien, die man im Auge behalten sollte, sind „Landman“ von Paramount+ (12,4 Milliarden Minuten, Platz 4), „Fallout“ von Prime Video (8,0 Milliarden Minuten, Platz 9), „Paradise“ von Hulu (5,7 Milliarden Minuten, Platz 14) und „One Piece“ von Netflix ( 5,7 Milliarden Minuten, Platz 15).

Die Realität beißt
Im vergangenen Jahr schafften es nur zwei Reality-Serien in unsere Top-20-Ranglisten: „Love is Blind“ (Netflix) und „Love Island USA“ ( Peacock) platzierten sich unter den Originals. Beide Serien sind in diesem Jahr zurückgekehrt, wobei „Love Island USA“ 2,2 Milliarden Minuten mehr erreichte als im Jahr 2025 und auf Platz 13 landete. Der Neuling „The Traitors“, ebenfalls von Peacock, landete mit 7,7 Milliarden Minuten (Platz 11) vor beiden Dating-Serien. Sowohl „The Traitors“ als auch „Love Island USA“ gehörten zudem zu den Top-10-Originals bei den 18- bis 34-Jährigen.
Und der Zustrom von Reality-Formaten geht in diesem Jahr über die „Originals“ hinaus. Die „Acquired Top 20“ bestand 2025 noch ausschließlich aus Serien mit Drehbuch, doch dieses Mal schafften es sowohl „The First 48“ (11,3 Milliarden Minuten, Platz 14) als auch „Survivor“ (9,4 Milliarden Minuten, Platz 20) auf die Liste. Bemerkenswert ist, dass „The First 48“ auch in die Gesamtliste aufgenommen wurde und bei schwarzen Zuschauern den ersten Platz belegte.

Den Kindern geht es gut
Man muss nur auf den amtierenden ARTEY-Champion „Bluey“ blicken, um zu verstehen, wie groß der Einfluss von Kindern auf die Rangliste sein kann. Wie bereits erwähnt, belegte „Bluey“ in unserer Halbjahresrangliste den zweiten Platz in der Gesamtwertung, behielt jedoch mit 22,8 Milliarden Minuten den Spitzenplatz in der Kategorie „Acquired“. Außerdem war es mit deutlichem Abstand der beliebteste Titel bei Kindern im Alter von 2 bis 11 Jahren. „Paw Patrol“ (13,6 Milliarden Minuten) und „Spongebob Schwammkopf“ (16,9 Milliarden Minuten) belegten bei den 2- bis 11-Jährigen die Plätze zwei und drei und schafften es beide mühelos in die Gesamt- und die „Acquired“-Rangliste. Interessant an „Spongebob Schwammkopf“ ist, dass die Serie auch bei den 18- bis 34-Jährigen den zweiten Platz in der Gesamtwertung belegte.
Abschließend sei angemerkt: Auch wenn wir diesmal zwischen Kinderfilmen und Filmen für ein breites Publikum unterschieden haben, würden bei einer kombinierten Liste Kinderfilme neun der 20 Plätze einnehmen.

Ein unvergetlicher Moment aus dem Film
Im vergangenen Jahr waren nur sieben der 20 meistgesehenen Filme für ein breites Publikum Streaming-Eigenproduktionen, doch in der ersten Hälfte dieses Jahres stieg diese Zahl auf 12. Dazu gehören auch die beiden Spitzenreiter „The Rip“ (4,4 Milliarden Minuten) und „War Machine“ (3,5 Milliarden Minuten), beide von Netflix. Auch Prime Video schaffte es mit zwei eigenen Filmen auf die Liste: „The Wrecking Crew“ (2,9 Milliarden Minuten, Platz 4) und „Jack Ryan: Ghost War“ (1,9 Milliarden Minuten, Platz 16).




